ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010Berufliche Fortbildung: Neue Rechtsprechung

RECHTSREPORT

Berufliche Fortbildung: Neue Rechtsprechung

Berner, Barbara

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Aufwendungen für Reisen, die voneinander abgrenzbare berufliche und private Anteile enthalten, sind grundsätzlich teilbar, sofern die berufliche oder private Veranlassung nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs, der seine bisherige Rechtsprechung damit ändert, kommt als sachgerechter Maßstab in derartigen Fällen das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile der Reise in Betracht.

Bisher hatte die Rechtsprechung die Auffassung vertreten, dass das Einkommensteuergesetz zur Wahrung der steuerlichen Gerechtigkeit die Aufteilung und damit den Abzug von Aufwendungen verbietet, die sowohl der privaten Lebensführung als auch der beruflichen dienen. Im vorliegenden Fall ging es um Aufwendungen für die Teilnahme an einem sportmedizinischen Wochenkurs am Gardasee. Der Arzt hatte daran teilgenommen, um die Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ zu erlangen.

Diese Fortbildung wurde von seiner Ärztekammer anerkannt. Neben Vortragsveranstaltungen von 8.00 bis 8.45 Uhr standen danach bis 15.45 Uhr mit Ausnahme einer Mittagspause verschiedene Sportarten wie Surfen, Radfahren, Segeln, Tennis und Bergsteigen auf dem Programm, im Anschluss daran Referate. Dabei ist nach Meinung des Gerichts davon auszugehen, dass die sportmedizinischen Veranstaltungen eindeutig der beruflichen Sphäre des Klägers zuzurechnen sind. Die sportpraktischen Veranstaltungen sind dem Bereich der privaten Lebensführung des Arztes zugeordnet worden, da es sich hierbei um in einem Urlaubsort verbreitete Sportarten handelt. (Bundesfinanzhof, Urteil vom 21. April 2010, Az.: VI R 66/04) RAin Barbara Berner

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