ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010Klimawandel: Längerer Pollenflug

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Klimawandel: Längerer Pollenflug

Dtsch Arztebl 2010; 107(40): A-1921

Zylka-Menhorn, Vera

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Wie Allergiker unter der Temperaturzunahme leiden

Viele Menschen können dem Klimawandel auch gute Seiten abgewinnen. Zum Beispiel, weil die Herbstmonate wärmer werden. Für Allergiker hat dies allerdings fatale Folgen. „Die Verbreitung und die Zusammensetzung der Pollen zeigen Veränderungen, bedingt durch wärmere Winter- und Herbstmonate“, sagt Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum des Berliner Universitätsklinikums Charité. Eine Folge davon ist, dass die „Saison“ für Heuschnupfenpatienten früher beginnt und später endet. Die allergischen Symptome beginnen Mitte Dezember, ausgelöst durch Haselnusspollen, und enden erst Anfang November, weil die Kräuterpollen von Beifuß und Ambrosia länger fliegen.

Nach Bergmanns Angaben steigt auch die Zahl der Pollenasthmatiker. „Die Pollen lagern sich gerne an Rußpartikel von Dieselmotoren an. Diese Kombination hat eine wesentlich stärkere allergische Wirkung, als wenn man die Stoffe getrennt einatmet.“ Zudem gebe es Pollen von Pflanzen, die bislang nicht in Deutschland beheimatet waren, wie Ambrosia, Glaskraut und Olivenbäume.

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Ungewöhnlich sei auch, dass immer häufiger Senioren mit Heuschnupfensymptomen in die Ambulanz kämen. „Viele dieser älteren Patienten vertragen dann auch einige Kern-, Steinobst- oder Gemüsesorten nicht mehr“, erklärte Bergmann. Auffallend seien allergische Reaktionen nach dem Verzehr von Äpfeln. „Diese pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie weist mittlerweile jeder zweite Heuschnupfenpatient in Deutschland auf“, betont Bergmann. Die Ursache dieser Kreuzreaktivität ist nicht eindeutig geklärt. Zyl

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