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LNSLNS Placebo
Verdienstvoll
Thomas C. Gauler, Thomas R. Weihrauch: Placebo. Ein wirksames und ungefährliches Medikament?, mit einem Geleitwort von H. J. Dengler, Urban & Schwarzenberg, München, 1997, XII, 172 Seiten, gebunden, 48 DM
"Placebo"-Effekte - seit Jahrhunderten aus der lateinischen Fassung der Bibel bekannt, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts allmählich in der Medizin zu ihrer heutigen Definition aufgestiegen - spielen bei jeder Form von Therapie eine wesentliche Rolle. So werden Erfolge sogenannter alternativer Heilmethoden oft als PlaceboWirkungen bezeichnet. Kontrollierte Studien messen neue Methoden oder Präparate an einer konventionellen Behandlung oder (soweit ethisch vertretbar) an einer Scheinbehandlung. Nichts zeigt die psycho-physischen Zusammenhänge deutlicher als das Placebo-Phänomen: krankheits- oder medikamentenspezifische Wirkungen und Nebenwirkungen (auch unerwünschte!) ohne eine wirksame Substanz. Die Angaben der Literatur, in dem verdienstvollen Buch aufgelistet, schwanken zwischen 0 und 90 Prozent mit einem Maximum bei 30 bis 40 Prozent.
Der Internist Thomas R. Weihrauch und sein Doktorand Thomas C. Gauler haben, neben einer aktuellen Literaturübersicht, dazu eine breitangelegte Studie mit Nimodipin, Nisoldipin, Acarbose, Ipsapiron, Hydrotalcit - also Präparaten ganz verschiedener Indikationen - durchgeführt und die Konsequenzen eingehend erörtert. Aus den wichtigen Ergebnissen seien hier nur genannt, daß auch meßbare Parameter durch Placebos negativ oder positiv beeinflußt werden können, daß bei diesen Parametern aber deutlich der Verumeffekt überwiegt. Dieses übersichtliche, klare und gut dokumentierte Buch müßte eigentlich jeder Arzt kennen, der sich mit den Wirkungen und Nebenwirkungen seiner Therapie befaßt.
Rudolf Gross, Köln
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