ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2010Ruchama Marton: Alternativer Nobelpreis geht nach Israel

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Ruchama Marton: Alternativer Nobelpreis geht nach Israel

Dtsch Arztebl 2010; 107(41): A-1991 / B-1735 / C-1707

Hibbeler, Birgit

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Ruchama Marton. Foto: epa
Ruchama Marton. Foto: epa

Dr. Ruchama Marton hätte sich das Leben einfach machen können – vielleicht in einer gut gehenden Privatpraxis in Tel Aviv. Aber für die israelische Psychiaterin war der bequeme Weg nicht der richtige. Vor 23 Jahren gründete sie die Organisation „Ärzte für Menschenrechte“ („Physicians for Human Rights – Israel“). Sie und ihre Mitstreiter setzen sich für die medizinische Versorgung in den palästinensischen Gebieten ein. Dafür erhalten sie jetzt den alternativen Nobelpreis.

Mit ihrem Engagement ist Marton in ihrer Heimat angeeckt, ja sogar oft dafür beschimpft worden. Doch es war ein einschneidendes Erlebnis, dass sie zur Überzeugungstäterin machte. Kurz nach Beginn der ersten Intifada 1987 reiste sie in den Gazastreifen, um sich ein eigenes Bild von der Situtation zu machen. Die dortigen Gespräche mit Patienten und Ärzten veränderten ihr Leben. Und so stand ihr Entschluss fest: Man muss etwas tun. Innerhalb weniger Wochen entstanden die „Ärzte für Menschenrechte“. Zum ersten Treffen kamen 100 Freiwillige, heute gibt es circa 1 000 Mitglieder – neben Ärzten verschiedener Fachrichtungen auch Apotheker, Pflegekräfte und Übersetzer.

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Die bis heute gültige Grundforderung lautet: Gleiches Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Israel und Palästina. Konkret arbeiten freiwillige Teams in Krankenhäusern, Praxen vor Ort und in mobilen Stationen in den Palästinensergebieten.

Neben den israelischen „Ärzten für Menschenrechte“ werden drei weitere Preisträger in diesem Jahr mit dem „Right Livelihood Award“ ausgezeichnet. Birgit Hibbeler

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