ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2010Höhere Impfraten gegen Influenza angestrebt

AKTUELL: Akut

Höhere Impfraten gegen Influenza angestrebt

Dtsch Arztebl 2010; 107(41): A-1952 / B-1708 / C-1680

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat für die aktuelle Grippesaison Influenzaimpfstoff freigegeben. Die neue Vakzine setzt sich aus den Antigenen der aktuell weltweit vorkommenden Varianten der drei zirkulierenden Influenza-Virustypen (A/H1N1, A/H3N2, B) zusammen. „Der saisonale Impfstoff enthält also auch das Antigen des pandemischen H1N1-Influenzavirus und schützt damit gegen die ‚Schweinegrippe’“, sagte Prof. Dr. rer. nat. Klaus Cichutek, Präsident des PEI. „Nach der Impfung ist der Impfschutz innerhalb von zehn bis 14 Tagen aufgebaut.“

Die vergangene Grippesaison habe mit der Verbreitung eines neuen Influenzavirus und dem Höhepunkt der pandemischen Influenzaerkrankungswelle Mitte November 2009 einmal wieder gezeigt, wie unberechenbar Influenzaviren sein könnten, betonte Cichutek bei der gemeinsamen Pressekonferenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des PEI in Berlin. Nach Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI) gab es 2009/2010 zwischen 2,5 und 3,4 Millionen zusätzliche Arztbesuche aufgrund einer Influenzaerkrankung. Darüber hinaus habe es 1,5 Millionen influenzabedingte Arbeitsunfähigkeiten inklusive Pflegebedürftigkeit bei Kindern oder nicht Berufstätigen gegeben. Der in diesem Sentinelsystem mögliche Vergleich mit den Vorjahren zeige, dass es sich um eine mittelstarke saisonale Influenza gehandelt habe. Die Schwere einer Welle lasse sich aber nicht vorhersagen.

Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke jeden Alters, schwangere Frauen und medizinisches Personal sollten gegen Grippe geimpft sein, sagte Prof. Dr. rer. nat. Reinhard Burger, Präsident des RKI. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss hat kürzlich entschieden, dass die Übernahme der Kosten für die Influenzaimpfung durch die gesetzlichen Krankenkassen den erweiterten Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission am RKI angepasst wird. Die Impfquote gegen saisonale Influenza liegt bei medizinischem Personal im Krankenhaus durchschnittlich bei circa 20 Prozent. Sie ist also deutlich geringer als bei älteren Personen und chronisch Kranken.

Anzeige

Ziel der Gesundheitsinstitute ist es, die Impfquoten zu erhöhen. BZgA und RKI verschicken in Kooperation mit der Bundes­ärzte­kammer Informationspakete an alle niedergelassenen impfenden Ärzte, an sozialpädiatrische Zentren und den öffentlichen Gesundheitsdienst, inklusive eines Faltblatts für Schwangere, bei denen der Informations- und Aufklärungsbedarf erhöht ist. nsi

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
Themenseiten:

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema