ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2010Kulturkalender: Beeindruckende Lebenswerke

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Kulturkalender: Beeindruckende Lebenswerke

Dtsch Arztebl 2010; 107(41): A-1994 / B-1738 / C-1710

Schuchart, Sabine

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Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis 17. Januar 2011:

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Pierre Soulages – Retrospektive

Foto: Vincent Cunillère
Foto: Vincent Cunillère

Vom Pariser Centre Pompidou ist die Retrospektive zum 90. Geburtstag von Pierre Soulages an die Spree gereist. Als einer der Hauptvertreter der abstrakten französischen Gegenwartsmalerei besetzte er mit seiner von ihm selbst als „Outrenoir“ bezeichneten Technik – dunklen balkenartigen, zum Teil kalligraphisch anmutenden Zeichen auf hellem Grund – schon früh eine eigenständige Position. Auch später konzentrierte sich Soulages auf sein zentrales Anliegen, Licht in der Farbe Schwarz arbeiten zu lassen. Seit 1979 entwickelt er Gemälde ausschließlich aus monochromem Schwarz. Die Abbildungen zeigen ihn im Mai 2009 in seinem Pariser Atelier sowie „Peinture“ von 1970.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7/
Ecke Stresemannstr. 110, Mi.–Mo. 10–20 Uhr (auch 28.12. und 4.1. geöffnet)

DUISBURG

Bis 5. Dezember:

Walter Stöhrer. Kraftfelder

Eines der großformatigen Gemälde des rebellischen Einzelgängers hängt hinter dem Schreibtisch des Bundespräsidenten – vorher bei Horst Köhler und jetzt bei Christian Wulff. Seine farbintensiven, zugleich figurativen wie expressiv-gestischen Bilder, denen man ansieht, dass sie im kraftzehrenden Malakt entstanden, sind in vielen Museen und Sammlungen vertreten. Das beeindruckende Lebenswerk von Walter Stöhrer (1937–2000) umfasst 40 Jahre.

Museum Küppersmühle, Philosophenweg 55, Do.–So. 11–18, Mi. 14–18 Uhr

Essen

Bis 30. Januar 2011:

Die Impressionisten in Paris

Zwischen 1860 und 1895 – der Zeit des Impressionismus – befand sich Paris im Auf- und Umbruch. Künstler wie Manet, Pissarro, Monet oder Degas porträtierten ihre Stadt mit den neuen Boulevards und Plätzen, Gare Saint Lazare, Sacré-Cœur und dem Eiffelturm, Nachtleben und neuen Theatern. Zusätzlich zu den 80 Gemälden illustrieren 120 Fotografien den Wandel der Seine-Metropole.

Museum Folkwang, Museumsplatz 1, Di.–So.10–20, Fr. 10–22.30 Uhr

Frankfurt am Main

15. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011:

Courbet. Ein Traum von der Moderne

An der von Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgehenden Kunstrichtung, dem Realismus, war Gustave Courbet (1819–1877) maßgeblich beteiligt. Unverblümt bildete er die soziale Lebenswirklichkeit ab und überwand damit die idealisierende Weltsicht des Klassizismus. Es gibt aber auch einen völlig anderen Courbet: den Träumer, der in seinen Porträts, Landschaften und Stillleben eine Welt der Versunkenheit, Nachdenklichkeit und inneren Einkehr schuf – die im Gegensatz zur hektischen Industrialisierung seiner Zeit stand. Die Schirn stellt diesen „anderen“ poetischen Courbet vor.

Schirn-Kunsthalle, Römerberg, Di. und
Fr.–So. 10–19, Mi./Do. 10–22 Uhr

Köln

Bis 9. Januar 2011:

Auf Leben und Tod

Geburt und Tod, Glück und Leid – diesen grundlegenden Menschheitsthemen widmet sich die Schau, indem sie einen Reigen außergewöhnlicher Dialoge entfaltet. Foto- und Videoarbeiten der „Teutloff Collection“ werden in Bezug gesetzt zu 50 Meisterwerken der eigenen Sammlung (europäische Malerei Spätmittelalter bis 19. Jahrhundert). Zu den interessanten Paarungen gehören zum Beispiel Helmut Newton/Ingres, Nan Goldin/
François Boucher, Jürgen Klauke/
Tizian und Paul McCarthy/Wilhelm Leibl.

Wallraf-Richartz-Museum, Obenmarspforten, Sa./So. 11–18, Di.–Fr. 10–18,
Do. abends bis 22 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Foto: Franz Hanfstaengl
Foto: Franz Hanfstaengl

Forscher und Künstler

Sein Interesse kreiste um die Entwicklungsgeschichte des Menschen: Gabriel von Max (1840–1915) war nicht nur Künstler, sondern auch Forscher und Sammler (Bild rechts). Nach dem Erfolg des Gemäldes „Märtyrerin am Kreuz“ (1867) widmete sich der in Prag geborene Maler religiösen und mystischen Motiven. Daneben entwickelte er eine neue Bildsprache zu Medizin, Vivisektion und darwinistischer Evolutionstheorie (Bild unten: Der Vivisektor, 1883).

Foto: Lenbachhaus München
Foto: Lenbachhaus München
Gegen Lebensende konzentrierte er sich auf seine wissenschaftlichen Interessen und schuf seine berühmten Affenbilder. Die Retrospektive zeigt auch Teile seiner großartigen mehr als 60 000 Objekte zählenden Sammlung zu Anthropologie, Zoologie und Ethnologie, die von den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen bewahrt wird.

„Gabriel von Max. Malerstar. Darwinist. Spiritist“: Kunstbau, Königsplatz/U-Bahn-Zwischengeschoss, 80333 München, Di.–So. und Feiertage 10 bis 18 Uhr (23. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011).

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