ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2010Schlafstörungen: Körper und Psyche aus dem Gleichgewicht

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Schlafstörungen: Körper und Psyche aus dem Gleichgewicht

Dtsch Arztebl 2010; 107(41): A-1952 / B-1708 / C-1680

Bühring, Petra

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Schlafstörungen sind nicht nur ein Symptom psychischer Erkrankungen, sondern auch ursächlich an der Entstehung psychischer Erkrankungen, vor allem Depressionen, beteiligt. Darauf wies Prof. Dr. Dieter Riemann, Freiburg, beim Hauptstadtsymposium „Die schlaflose Gesellschaft. Kritische Betrachtung einer Hypothese“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde Anfang Oktober hin. „Schlafstörungen, die ein paar Wochen andauern, stören die psychische und körperliche Balance und erhöhen somit das Depressionsrisiko“, sagte Riemann. Außerdem zeige sich zunehmend, dass Schlafstörungen die Funktion des Gedächtnisses beeinträchtigen sowie wahrscheinlich die Entstehung von Übergewicht und Diabetes mellitus fördern. Grundsätzlich sind Schlafstörungen behandlungsbedürftig, wenn sie mindestens vier Wochen anhalten, an drei Nächten pro Woche auftreten und den Betroffenen subjektiv am Tage beeinträchtigen.

Patient im Schlaflabor (Universitätsklinik Freiburg). Die durchschnittliche Schlafdauer pro Nacht hat sich in den letzten 20 Jahren verkürzt. Foto: dpa
Patient im Schlaflabor (Universitätsklinik Freiburg). Die durchschnittliche Schlafdauer pro Nacht hat sich in den letzten 20 Jahren verkürzt. Foto: dpa

Erholsamer Schlaf sei nicht unbedingt abhängig von der Schlafmenge, sondern von der Schlafqualität, betonte Prof. Dr. Thomas Pollmächter, Ingolstadt. Diese wiederum sinke mit der Anzahl der Aufwachreaktionen im Schlaf. Erster Ansprechpartner bei Schlafstörungen sei der Hausarzt, betonen die Psychiater, auch weil eine Überfunktion der Schilddrüse vorliegen könne.

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Die durchschnittliche Schlafdauer habe sich in den letzten 20 Jahren um eine Stunde pro Nacht verkürzt. Als Grund dafür werden die deutliche Zunahme der Schichtarbeit sowie Freizeitangebote zu fast jeder Zeit genannt. Bildschirmarbeit vor dem Schlafengehen führt ebenfalls häufig zu Einschlafstörungen. PB

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