ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2010Gesundheitstelematik: Elektronische Patientenakte funktioniert

TECHNIK

Gesundheitstelematik: Elektronische Patientenakte funktioniert

Dtsch Arztebl 2010; 107(41): A-1996 / B-1740 / C-1712

Imhoff-Hasse, Susanne

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Nachdem die technischen Probleme gelöst sind, die bei der Einführung einer elektronischen Patientenakte (ePA) im Prosper-Netz der Knappschaft in den beteiligten Arztpraxen und einem Krankenhaus aufgetreten waren, sollen künftig die inhaltlichen Kategorien für Mediziner und Patienten ausgebaut werden. So wird beispielsweise an der strukturierten Speicherung von Allergien der Patienten, deren Dauermedikation und -diagnosen gearbeitet, wie Christian Bauer von der Knappschaft vor kurzem auf der Messe IT-Trends Medizin in Essen erklärte.

Der Manager, der für die Informationstechnologie in den medizinischen Netzen verantwortlich ist, beschrieb die Entwicklung von „ProspeGKT“ seit dem Startschuss für diese zentrale ePA im Januar 2009. Demnach wurden 23 Arztpraxen mit insgesamt 36 Netzärzten und das Knappschaftskrankenhaus in Bottrop technisch ausgerüstet und die Beteiligten geschult; der Produktivbetrieb läuft seit Juli 2009. Geplant ist die Installierung von ProspeGKT bei 50 Netzärzten.

Die Krankenkasse hat nach eigenen Angaben aufgrund von Befragungen der Mediziner die Praxistauglichkeit der Patientenakte bereits erhöhen können. Abgeschlossen ist demnach die Integration in das Praxisverwaltungssystem (PVS) Medistar sowie das Krankenhausinformationssystem (KIS) iMedOne. Weitere sollen folgen.

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Die Online-Anwendung, die auf Basis der geplanten Tele­ma­tik­infra­struk­tur entwickelt wurde, ist in die bisher verwendeten Primärsysteme integriert, so dass die Ärzte Informationen aus ihrem PVS oder dem KIS übertragen können. Damit entfallen doppelte Dateneingaben. Die Informationsplattform ProspeGKT einschließlich geschlossenem Netzwerk, Gesundheitskarte, Heilberufsausweisen, Kartenlesegeräten, Konnektoren, zentralen Diensten und Softwareapplikationen hat die sichere Vernetzung der Ärzte in den Praxen und der Klinik sowie die strukturierte Datenspeicherung zum Ziel.

Circa 10 000 Versicherte der Knappschaft haben unterdessen ihre elektronische Gesundheitskarte erhalten. ProspeGKT finde großen Zuspruch bei den Patienten, die zeitlich befristet freigäben, welcher Arzt in ihre Akten etwas einstellen oder lesen dürfe, betonte Bauer.

Susanne Imhoff-Hasse

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