ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2010Anästhesiesoftware: Prognose zum Narkoseverlauf

TECHNIK

Anästhesiesoftware: Prognose zum Narkoseverlauf

Dtsch Arztebl 2010; 107(41): A-1996 / B-1740 / C-1712

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Die Anästhesiesoftware stellt den aktuellen und den prognostizierten Narkoseverlauf zweidimensional dar. Das Display zeigt an, in welchem errechneten Anästhesielevel sich ein Patient befindet. Foto: Drägerwerk AG & Co. KGaA
Die Anästhesiesoftware stellt den aktuellen und den prognostizierten Narkoseverlauf zweidimensional dar. Das Display zeigt an, in welchem errechneten Anästhesielevel sich ein Patient befindet. Foto: Drägerwerk AG & Co. KGaA

Mit der Software „SmartPilot View“ ist eine zweidimensionale Darstellung nicht nur des errechneten aktuellen, sondern auch des prognostizierten Verlaufs des Narkoselevels in Echtzeit möglich. Diese Darstellung kann den Anästhesisten dabei unterstützen, den Patienten sicher durch die Narkose zu führen. Er erhält Informationen darüber, wie sich der Zustand eines Patienten während der Narkose entwickeln wird, und kann so Medikamente besser dosieren.

Das Vorbild für die Entwicklung stammt aus der Luftfahrt. Dort liefern sogenannte Moving Maps dem Piloten Orientierung und sorgen für Sicherheit: Die Flugzeugkoordinaten werden auf eine topografische Karte im Cockpit übermittelt und grafisch angezeigt. Die Anästhesiesoftware funktioniert ähnlich: So zeigt die Software die für die Narkosesteuerung wichtigen Informationen visuell aufbereitet auf einem Bildschirm. Neben kontinuierlich gemessenen Parametern wie Pulsrate und Blutdruck werden auch der errechnete zeitliche Verlauf der Wirkung applizierter Medikamente und deren kombinierter Effekt dargestellt. Der Anästhesist kann so sehen, welcher Narkoselevel des Patienten nach bewährten Berechnungsmodellen zu erwarten ist und wie sich der berechnete Verlauf voraussichtlich entwickeln wird.

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Darüber hinaus kann der Arzt bestimmte Zeitpunkte während der Operation, etwa den Hautschnitt, auf dem Display markieren. Auf diese Weise hat er nicht nur die Möglichkeit, den Anästhesieverlauf zu dokumentieren, sondern auch die Unterschiede zwischen dem vor ihm liegenden Patienten und dem Modell zu verstehen und entsprechend zu berücksichtigen. Mit einer genau dosierten Anästhesie lässt sich zudem die Nachschlafzeit des Patienten verkürzen und das Personal im Aufwachraum entlasten. Hersteller der Software ist Dräger Medical (www.draeger.com). EB

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