ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Vorteil bei vaskulären Tumoren
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Die Autoren geben einen sehr ausführlichen Überblick über die Möglichkeit der Ganzkörper-MRT bei mannigfaltigen Erkrankungen. Bezüglich des Nutzens der Ganzkörper-MRT bei benignen oder malignen Tumoren haben wir jedoch zwei Anmerkungen zu machen.

Es ist richtig, dass multiple kartilaginäre Exostosen das Risiko der malignen Transformation haben (1). Diese Transformation tritt jedoch zumeist im höheren Lebensalter auf, so dass wir übereinstimmen, dass hier wiederkehrende Röntgenuntersuchungen der jugendlichen Patienten sicherlich nicht durchgeführt werden sollten. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sämtliche bekannten Exostosen einer regelmäßigen radiologischen (MRT-)Kontrolle auch schon ab dem Kindesalter unterzogen werden müssen. In unserer Klinik werden die Patienten mit klinisch kontrollierbaren Exostosen am peripheren Skelettsystem darüber aufgeklärt, dass bei einer Größenzunahme der Exostose nach Wachstumsabschluss an eine Transformation gedacht werden muss. In diesem Fall wird eine lokale MRT in höchster Auflösung zur Bestimmung der Knorpelkappe durchgeführt, um somit Hinweise auf eine mögliche Entartung gewinnen zu können. Bei klinisch nur schlecht kontrollierbaren stammnahen Exostosen ist hier sicherlich eine regelmäßige lokale MRT sinnvoll. Insgesamt stellt sich die Frage, ob in den oben genannten Fällen die zeitaufwendigere und kostspieligere Ganzkörper-MRT hier zu einer frühzeitigeren Detektion der Transformation mitsamt Prognosevorteil beiträgt. Wünschenswerte Studien hierzu fehlen nach unserem Kenntnisstand jedenfalls.

Im Gegensatz hierzu erbringt aus unserer Sicht die Ganzkörper-MRT einen diagnostischen Vorteil bei Patienten mit vaskulären Tumoren (zum Beispiel Angio-sarkomen). Diese sind aufgrund ihrer Multifokalität häufig konventionell radiographisch und szintigraphisch nicht zu diagnostizieren (2). Die Ganzkörper-MRT kann hier jedoch auch kleinere Markrauminfiltrationen detektieren, welche einer chirurgischen Therapie zugänglich gemacht werden müssen (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0750

PD Dr. med. Jendrik Hardes

Prof. Dr. med. Georg Gosheger

Albert-Schweitzer-Straße 33

48149 Münster

E-Mail: Andrea.falk@ukmuenster.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Die Autoren des Beitrags haben auf ein Schlusswort verzichtet.

1.
Bovée JV: Multiple osteochondromas. Orphranet Journal of Rare Diseases 2008, 13: 3. MEDLINE
2.
Lomasney LM, Martinez S, Demos TC, Harrelson JM: Multifocal vascular lesions of bone: imaging characteristics. Skeletal Radiol 1996; 25: 255–61. MEDLINE
3.
Gosheger G, Hardes J, Ozaki T, Horst E, Buerger H, Winkelmann W: The multicentric epitheloid hemangioendothelioma of bone: a case example and review of the literature. J Cancer Res Clin Oncol 2002; 128: 11–8. MEDLINE
4.
Schmidt G, Dinter D, Reiser MF, Schoenberg SO: The uses and
limitations of whole-body magnetic resonance imaging. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(22): 383–9. VOLLTEXT
1.Bovée JV: Multiple osteochondromas. Orphranet Journal of Rare Diseases 2008, 13: 3. MEDLINE
2.Lomasney LM, Martinez S, Demos TC, Harrelson JM: Multifocal vascular lesions of bone: imaging characteristics. Skeletal Radiol 1996; 25: 255–61. MEDLINE
3.Gosheger G, Hardes J, Ozaki T, Horst E, Buerger H, Winkelmann W: The multicentric epitheloid hemangioendothelioma of bone: a case example and review of the literature. J Cancer Res Clin Oncol 2002; 128: 11–8. MEDLINE
4.Schmidt G, Dinter D, Reiser MF, Schoenberg SO: The uses and
limitations of whole-body magnetic resonance imaging. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(22): 383–9. VOLLTEXT

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