ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Sportärztliche Vorsorgeuntersuchung im Breiten- und Freizeitsport

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Sportärztliche Vorsorgeuntersuchung im Breiten- und Freizeitsport

Internistisch-kardiologische Aspekte

The Pre-Participation Examination for Leisure Time Physical Activity: General Medical and Cardiological Issues

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(42): 742-9; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0742

Löllgen, Herbert; Leyk, Dieter; Hansel, Jochen

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Hintergrund: Die Frage, wie umfangreich und mit welchen Methoden Breiten- und Freizeitsportler vor körperlicher Betätigung untersucht werden sollten, wird kontrovers diskutiert. Insbesondere der Stellenwert eines Ruhe-EKG wird nicht einheitlich beurteilt.

Methode : Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche in mehreren Datenbanken (Medline, Embase) für den Zeitraum 1990 bis 2008. Zudem wurden aktuelle Übersichtsartikel und Leitlinien analysiert und diskutiert, aus denen Empfehlungen für eine Vorsorgeuntersuchung im Breitensport abgeleitet werden können.

Ergebnisse: Anamnese und körperliche Untersuchung werden weltweit als Standard angesehen. Für ein Ruhe-EKG wird sich in den US-amerikanischen Empfehlungen nicht ausgesprochen. Im Gegensatz dazu zählt das Ruhe-EKG in den meisten europäischen Ländern zur Vorsorgeuntersuchung und wird in den entsprechenden Empfehlungen explizit genannt. Allerdings fehlen prospektive Kohortenstudien, um eine höhergradige Evidenz (Klasse und Grad) zu belegen. Die verschiedenen Positionen (Pro und Kontra) zum Ruhe-EKG werden einander gegenübergestellt. Zusätzlich wird auf die Leitlinie zum Belastungs-EKG bei Breitensportlern mit einem Alter über 40 Jahren hingewiesen.

Schlussfolgerungen: Orientiert an den derzeitigen europäischen Empfehlungen und unter Abwägung von Risiken im Sport wird allen Sporttreibenden eine Vorsorgeuntersuchung einschließlich eines Ruhe-EKG empfohlen. Zur Beurteilung der Vorgehensweise bei sportlich inaktiven Personen, denen in Kampagnen zur Primärprävention regelmäßige körperliche Aktivität empfohlen wird, sind prospektive Studien erforderlich.

LNSLNS

Die sportärztliche Vorsorgeuntersuchung dient der Erkennung klinisch latenter oder vorhandener Krankheiten, die bei körperlicher Aktivität eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen. Lebensbedrohliche Zustände, vor allem kardialer Art, sind im Sport selten, können aber zum Tod oder zur Reanimation führen. Die Vorsorgeuntersuchung soll gesundheitliche Risiken mindern und jedem Sporttreibenden eine möglichst sichere Ausübung von körperlichen Aktivitäten, auch im Hinblick auf die Prävention von Erkrankungen, ermöglichen.

Eine internetbasierte Befragung von Ausdauersportlern zeigte, dass bei sportärztlichen Konsultationen eine körperliche Untersuchung in nur 85 % und ein Ruhe-EKG in nur 67 % erfolgte (1). In der aktuellen Literatur findet man unterschiedliche Auffassungen über Inhalt und Umfang der Vorsorgeuntersuchung bei Leistungs- und Breitensportlern (25, e1e4). In dieser Arbeit werden internistisch-kardiale Aspekte der Vorsorgeuntersuchung dargestellt.

Methodik

Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche (1990 bis 2008) in mehreren Datenbanken (Medline, Embase) mit den Suchworten:

  • Vorsorgeuntersuchung
  • Freizeitsport
  • kardiale Risiken
  • plötzlicher Tod im Sport
  • EKG
  • Belastungs-EKG.

Ausführliche Literatur ist unter www.dgsp.de zu finden. Daneben wurden Übersichtsartikel, Bücher (13, e6), Leitlinien und Empfehlungen (5, 6, 22, e1e7) analysiert.

Risiken durch körperliche Aktivität und Sport

Ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen bei sportlichen Aktivitäten besteht bei Neu- und Wiedereinsteigern oder Personen über 35 Jahren mit latenten Krankheiten (69, 10, 13, e8e12). Das Risiko für einen kardialen Zwischenfall bei intensiver sportlicher Betätigung ist in den ersten Stunden der Aktivität um 15 bis 50 % erhöht, insbesondere bei Wiedereinsteigern (e6, e13e18). Man rechnet jährlich mit 0,5 bis einem Todesfall, in Italien mit 2,1 Todesfällen pro 100 000 Sporttreibenden und mit 0,8 pro 100 000 bei gleichaltrigen Nicht-Sporttreibenden (6, 8, e4, e19e22). In der älteren Normalbevölkerung (> 35 Jahre) hingegen geht man jährlich von ein bis zwei Todesfällen pro 1 000 Personen aus (6, 7, 19). Ein Register in den USA zeigt eine Zunahme der Todesfälle in den letzten Jahren, am häufigsten bei American Football, Basketball und Fußball. Der Marathonlauf rangiert erst an 14. Stelle (8). Diese Zunahme der Zahlen im US-Register ist auf eine bessere Erfassung, vermehrte Sensibilisierung der Ärzte und häufigere Meldungen zurückzuführen (8).

Ursachen und Häufigkeit für kardiovaskuläre Komplikationen sind nach verschiedenen Kohortenstudien unterschiedlich (Grafik 1 gif ppt) (e8e10, e22). In den USA überwiegt die hypertrophe (obstruktive) Kardiomyopathie (HCM beziehungsweise HOCM) durch die höhere Prävalenz bei afro-amerikanischen Sportlern, in Europa und bei kaukasischen Sportlern tritt sie deutlich seltener auf (11). In Italien ist die arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVD) (9, 10, e22) eine häufige Ursache, in anderen Studien überwiegen strukturell normale Befunde am Herzen (6, e8e10, e22) (Grafik 1). Eine genetische postmortale Untersuchung („molekulare Autopsie“) wird heute bei ungeklärten Todesfällen im Sport empfohlen (9, 10).

Bei den Sporttreibenden über 35 beziehungsweise 40 Jahren (e23) steht die koronare Herzkrankheit als häufigste Ursache von kardialen Zwischenfällen im Sport im Vordergrund (6, 8, 19, e6, e22, e24). Orientiert an dieser Altersgrenze sind die weltweit übereinstimmenden Empfehlungen zur weiterführenden Abklärung abgeleitet (25, 23, e1e5).

Sportärztliche Vorsorgeuntersuchung

Die Empfehlungen zur Vorsorgeuntersuchung richten sich nach evidenzbasierten Kriterien, soweit entsprechende Studien vorliegen (19, 13, 23, e4, e5, e14, e24e25). Zielgruppe der zu Untersuchenden sind Neu- und Wiedereinsteiger jeden Alters im Bereich Freizeit- und Breitensport sowie ambitionierte Freizeitsportler. Eine retrospektive Studie (n > 34 000) aus Italien zeigt eine Senkung der sportbedingten Todesfälle durch qualifizierte sportärztliche Vorsorgeuntersuchungen (e3). Weitere größere prospektive Kohortenstudien liegen nicht vor. Dies erklärt im Hinblick auf die internistisch-kardiologische Diagnostik die kontroversen Empfehlungen. Als Konsens für die sportärztliche Vorsorgeuntersuchung (Evidenzgrad C) gilt (4, 5, 12, 13, 19, e1e7, e26e29):

  • eine allgemeine und sportbezogene Anamnese mit standardisiertem Fragebogen und ergänzender ärztlicher Befragung
  • die körperliche Untersuchung
  • eine qualifizierte Durchführung und Befundung des Ruhe-EKG.

Anamnese

Verschiedene Anamnesebögen für Sporttreibende sind entwickelt worden (12). Einfach und weit verbreitet ist der PAR-Q–Fragebogen aus Kanada (12, e13, e15) (eFragebogen). Der Sportler beantwortet sieben leicht verständliche Fragen. Wenn er auch nur eine dieser Fragen bejaht, wird eine ärztliche Untersuchung unbedingt angeraten. Dieser Fragebogen ist orientierend, jedoch ausreichend validiert, spezifisch und zuverlässig, vor allem bei Sportlern über 35 Jahren (e13, e15). Bei einer Anmeldung zum Stadtmarathon in Deutschland wird die Beantwortung dieses Fragebogens mittlerweile fast überall gefordert. Teilnehmer werden so auf eine mögliche gesundheitliche Gefährdung hingewiesen. Bei einer positiven Antwort wird eine ärztliche Untersuchung angeraten.

Weitere, umfangreiche Fragebögen für die Sportanamnese sind publiziert (12). Der Anamnesebogen für den deutschsprachigen Raum beruht auf einer Konsensusempfehlung auf der Basis langjähriger klinischer und sportmedizinischer Erfahrung (12). Dieser dreiseitige Bogen kann vom Sportler selber beantwortet werden, nur einzelne Fragen sind vom Arzt zu ergänzen. Umfangreiche prospektive Untersuchungen zur Senkung von kardialen Zwischenfällen aufgrund anamnestischer und klinischer Angaben stehen aus. Das Ruhe-EKG ist aber nach bisherigen Studien der Anamnese und körperlichen Untersuchung in der Sensitivität deutlich überlegen (5, 19, 23, 24, e19, e24e28).

Besonders bedeutsam ist die Familienanamnese (13, 14). Bei vorzeitigem Tod naher Familienangehöriger sowie bei bekannten, vererbten Krankheiten wie Brugada-Syndrom oder Kardiomyopathien ist eine sorgfältige weitere kardiologische Abklärung unbedingt notwendig. Eine weiterführende Diagnostik ist auch bei Angaben wie Synkopen, Palpitationen, Schwindel unklarer Genese, Brustschmerz oder ungewöhnliche Belastungsdyspnoe erforderlich. Insbesondere bei Sporttreibenden über 45 Jahren ist stets nach einer möglichen koronaren Herzkrankheit zu fahnden, vor allem bei Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren (1214, e24). Die Befragung zur früheren oder aktuellen sportlichen Betätigung ist immer Bestandteil der Untersuchung, um eine mögliche Gefährdung bei Trainingsbeginn abschätzen zu können.

Körperliche Untersuchung

Eine körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung ist obligater Teil jeder Vorsorgeuntersuchung (1). Zu achten ist auf Missbildungen, Hautveränderungen (Akne bei Anabolikamissbrauch), Anomalien und Varianten wie beim Marfansyndrom (e24). Letzteres tritt gehäuft bei großwüchsigen Sportlern auf (Basketballer, Volleyballer, Ruderer) (2, 12, 13, e1, e2). Die sorgfältige Herzauskultation im Liegen und im Sitzen und mit Valsalva-Manöver ermöglicht es, lage- oder vorlastabhängige Geräusche bei Mitralklappenprolaps oder HCM zu erfassen. Ein Pulsus bisferiens lenkt den Verdacht auf eine HOCM, eine fixierte Spaltung des II. Herztones auf einen Vorhofseptumdefekt (ASD).

Ruhe-EKG

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung wird dem Ruhe-EKG eine unterschiedliche Bedeutung beigemessen (Evidenz IIa-C) (3, 5, 14, e35). In neun europäischen Staaten wird ein Ruhe-EKG zur sportärztlichen Untersuchung vorgeschrieben, in sechs weiteren angeraten (5). In Deutschland wird das Ruhe-EKG zu Beginn der sportlichen Aktivität ab dem 12. Lebensjahr empfohlen. Bei der kassenärztlichen („Check-up 35“) und der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung wird ein Ruhe-EKG im Alter ab 35 Jahren alle zwei Jahre bei einer entsprechenden Symptomatik angeraten.

In den USA gehört das Ruhe-EKG bei Sportlern nicht zur Voruntersuchung (15), nach neueren Leitlinien der American Heart Association (AHA) (3, e2, e4e5, e35) erst bei Personen ab 40 Jahren (3). Die Validität des Ruhe-EKG wurde in verschiedenen Studien bei Sporttreibenden analysiert. Unter 158 plötzlich verstorbenen Sportlern zeigte sich bei 134 eine Herzerkrankung. Nur in 3 % der Fälle war bei der vorausgegangenen sportärztlichen Untersuchung ohne Ruhe-EKG der Verdacht auf eine kardiovaskuläre Erkrankung aufgekommen (e10, e21). Zwei prospektive Studien an kleineren Kollektiven jugendlicher Schüler ergaben auffällige Befunde in 0,2 beziehungsweise 2 % (e15, e16), eine weitaus größere italienische Studie hingegen zeigte in 11,8 % auffällige Befunde, von denen 4,8 % (e23) pathologisch waren und zum Sportausschluss führten. Nach den in Italien erhobenen Daten über einen Zeitraum von 25 Jahren hatten 95 % der Personen mit HOCM einen pathologischen Befund (23).

Die Befundung des Ruhe-EKG beim Sporttreibenden kann für den weniger Geübten schwierig sein. Sie setzt zudem spezielle sportkardiologische Kenntnisse voraus, so bei hypertrophen, dilatativen und arrhythmogenen rechts- und linksventrikulären Kardiomyopathien (ARVD, ALVD) sowie bei Ionenkanalerkrankungen wie dem langen und kurzen QT-Syndrom (LQTS, SQTS) und dem Brugada-Syndrom (11, 17–19, 21, 24, e25). Als Standard in der EKG-Beurteilung von Sportlern gelten die Vorschläge von Corrado et al. (4, 6, 12, e1). Zwischen den amerikanischen und europäischen Beurteilungskriterien pathologischer „Sport“-EKG-Befunde bestehen geringe Unterschiede im Hinblick auf QT-Dauer, Vorgehen bei Wolff-Parkinson-White(WPW)-Syndrom, ventrikulären Extrasystolen und nichtanhaltenden Kammertachykardien (4).

Während Anamnese und körperliche Untersuchung in allen Empfehlungen elementare Bestandteile der Vorsorgeuntersuchung sind, wird der Stellenwert des Ruhe-EKG beim Sportler kontrovers diskutiert.

Ruhe-EKG: Pro und Kontra

Kontra-Argumente

  • Normvarianten im EKG des Leistungssportlers sind häufig, beim Breitensportler seltener. Negative T-Wellen sind bis zum 16. Lebensjahr und bei afro-amerikanischen Sportlern häufig und nicht pathologisch (6, e6, e19, e25, e28, e29).
  • Fehlinterpretationen und falschpositive Befunde sind nicht selten, selbst bei Experten nicht (15).
  • Ohne spezielle EKG-Kenntnisse im Bereich der Sportkardiologie werden mitunter neuere Diagnosen wie Ionenkanalerkrankungen oder Kardiomyopathien übersehen (Kasten 1 gif ppt).
  • Einige Herzkrankheiten zeigen keine typischen EKG-Veränderungen (Marfan-Syndrom, koronare Herzkrankheit).
  • Sensitivität und Kosten-Nutzen-Effekt sind gering (15, e19, e24, e25, e38); die Folgekosten bei falschpositiven Befunden sind nicht unerheblich (e23, e25, e38).

Pro-Argumente

  • Ein Ruhe-EKG ist relativ preiswert, bei vielen (Sport)Ärzten verfügbar.
  • Typische, formal pathologische Befunde wie tiefe T-Negativierung sind häufig, insbesondere bei HOCM (82 %); auch andere Krankheiten können im EKG durch T-Negativierungen oder sonstige Veränderungen (epsilon-Welle) auffällig werden (hohe Sensitivität) (4, e1).
  • Linksschenkelblock oder spezielle Formen eines Rechtsschenkelblocks weisen auf eine strukturelle Herzerkrankung (4) hin (Kasten 2 gif ppt).
  • Aktuelle Kriterien (4, 12, 13) erleichtern, standardisieren und verbessern die Befundung und diagnostische Genauigkeit („accuracy“) (4, e1e3).
  • Die Rate falschpositiver Befunde ist bei jüngeren Sportlern und weniger gut Trainierten geringer als bei hochtrainierten Leistungssportlern.
  • Pathologische EKG-Befunde führen zu einer „Disqualifikation“ vom Leistungssport (in 2 %), retten aber möglicherweise Leben (4, 5, 1619, e5, e25).
  • Bei positiver Diagnose können gegebenenfalls Familienmitglieder nach einer Untersuchung (zum Beispiel Herzecho) vor Zwischenfällen bewahrt werden (4, 13, 14, e2, e4, e19, e23, e24, e30).
  • Positive Erfahrungen mit dem Ruhe-EKG als Routineuntersuchung liegen aus Italien vor („population based study“) mit einer deutlichen Abnahme der plötzlichen Todesfälle (e3). Die Todesfälle gingen in der italienischen Studie in der Beobachtungszeit von 25 Jahren von 3,5 auf 0,6/100 000 Personenjahre zurück.

Bewertung der Argumente für das Ruhe-EKG

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass in den USA sportärztliche Untersuchungen teilweise auch von Nicht-Ärzten durchgeführt werden. Demgegenüber haben die Sportärzte in Italien eine mindestens vierjährige Weiterbildung (einschließlich Sportkardiologie). Diese Weiterbildung wird auch auf europäischer Ebene angestrebt. Daten zu Kosten-Nutzen-Effekten und zur Erkennung einer Gefährdung liegen für Kaderuntersuchungen in Deutschland nicht vor. Vorläufige Kosten-Nutzen-Berechnungen der sportärztlichen Vorsorgeuntersuchung ergeben Werte zwischen 8 000–30 000 US-Dollar für ein gerettetes Leben beziehungsweise für ein qualitätsadjustiertes Lebensjahr (QALY) – was nach US-Kriterien günstig beziehungsweise vertretbar ist (13, e19).

Juristische und ethische Gründe sprechen ebenfalls für ein EKG-Screening, so dass das IOC (International Olympic Committee) und die meisten europäischen Länder ein Ruhe-EKG vorschreiben (e31, e32).

Ein 12-Kanal-EKG in Ruhe ist daher Bestandteil der aktuellen Empfehlungen in Europa und des IOC (Konsensus-Empfehlung) (4, 12, 13, e4, e31, e32). Zu diskutieren ist, ob das EKG bereits im Kindesalter oder erst vor Sportbeginn durchgeführt werden soll, da Ionenkanalerkrankungen bereits in diesem Alter zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen können (24, e7, e15, e16, e19, e22). Bei auffälligen Untersuchungsbefunden ist dem Algorithmus der Grafik 2 (gif ppt) zu folgen.

Auffällige Befunde bei Anamnese, Klinik und Ruhe-EKG erfordern stets weiterführende internistisch-kardiologische Untersuchungen (Grafik 2). Auch bei typischen Beschwerden wie Dyspnoe, Belastungsasthma, Brustschmerz, Palpitationen, besonders aber synkopalen Ereignissen, ist eine Abklärung mit zum Beispiel transthorakalem Echo, Belastungs- oder Langzeit-EKG oder Lungenfunktion notwendig. Diese Untersuchungen sind durch Laborwerte zu ergänzen (12). Die korrekte Befundung des EKGs beim Sportler setzt qualifizierte Kenntnisse voraus, im Zweifelsfall ist ein kardiologisch versierter Sportarzt zu Rate zu ziehen (unter: www.dgsp.de).

Aus dem Ruhe-EKG ist eine koronare Herzerkrankung, wie sie insbesondere bei älteren Sportlern latent vorliegen kann, nicht sicher zu diagnostizieren. Daher ergibt sich hier die Indikation zum Belastungs-EKG (6, 15, 20, e14, e33, e34).

Belastungs-EKG

Das Belastungs-EKG liefert Informationen zur Erkennung von koronaren Durchblutungsstörungen, Rhythmusstörungen und Blutdruckverhalten unter Belastung (16, 1820, e15, e33, e34). Aus ergometrischen Daten lassen sich neben der Gesundheitsdiagnostik auch Trainingsempfehlungen ableiten (16, e33).

Das Belastungs-EKG gehört als Standard nicht zur Routine der Vorsorgeuntersuchung (18, 19). Erst bei älteren Personen (bei Männern über 45, bei Frauen über 55 Jahren) ist ein Belastungstest vor intensivem Training gemäß den Leitlinien indiziert (Kästen 1 und 3 gif ppt) (16, 18, e15, e33, e34). Für diese Altersklasse liegt der positive prädiktive Wert bei etwa 85 %, die Vortestwahrscheinlichkeit bei 21 % und die Spezifität bei 77 % (± 17 %), die zugehörige Evidenz in den Leitlinien beträgt IIb (16, e33, e34).

Für Personen unter 55 Jahren, die asymptomatisch sind und keine Risikofaktoren aufweisen, liegt eine fakultative Empfehlung zum Belastungs-EKG vor (16, 18, 19) (Kasten 4 gif ppt). Eine Belastungsuntersuchung bei über 45-Jährigen wird dann empfohlen, wenn mehr als ein Risikofaktor vorhanden ist und ein intensives körperliches Training aufgenommen werden soll (Evidenzgrad IIb, Leitlinie der AHA, ACC und DGK [12, 16, 18]). Bei Personen jeglichen Alters mit kardialen Symptomen und bei Personen über 65 Jahren (auch ohne Symptome) ist jedoch eine Belastungsuntersuchung obligat (1219, e33, e34). Bei einem Framingham Risiko Score (FRS) unter 0,6 besteht keine, bei einem über 2 besteht eine Indikation zum Belastungs-EKG (15, e15). Der FRS setzt sich zusammen aus klinischen Daten (Alter, Rauchen, Blutdruck) und labortechnischen Parametern (HDL-Cholesterin).

Die AHA hält generell eine Belastungsuntersuchung vor moderatem Training bei asymptomatischen Personen für nicht erforderlich, da das Risiko gering und die Untersuchung teuer sei, das Belastungs-EKG zudem keine hohe Aussagekraft habe und die Beurteilung Unsicherheiten in sich trage (20). Beim Belastungs-EKG sind daher Leitlinien und Qualitätskontrolle zu beachten. Häufiger Fehler bei der Untersuchung ist die unzureichende Ausbelastung des Probanden (12, 15, 1820, e14, e33, e34). Bei Personengruppen mit Übergewicht oder Adipositas ist die Datenlage nicht abgesichert, man wendet aber die gleichen Empfehlungen an, um gerade hier kardiale Zwischenfälle zu vermeiden.

Wiederholung der Vorsorgeuntersuchung

Zur Frage nach einer Wiederholung der sportärzlichen Vorsorgeuntersuchung liegen keine prospektiven Studien vor. Eine erneute Vorsorgeuntersuchuung wird übereinstimmend in der Literatur empfohlen bei

  • Personen unter 35 Jahren: alle 2–3 Jahre
  • Personen über 35 Jahren sowie mit mehr als einem Risikofaktor oder Auffälligkeiten bei der Untersuchung: jährlich bis alle 2 Jahre (4, 12, e14, e27)
  • Personen mit neu aufgetretenen Symptomen oder Beschwerden: kurzfristig.

Fazit

Inhalt und Umfang sportärztlicher Vorsorgeuntersuchungen, vor allem das Ruhe–EKG, werden in den USA und in Europa kontrovers diskutiert, wobei der Kostenfaktor in den USA eine deutlich größere Rolle spielt (13, 2124, e24e26, e30, e35, e36, e38, e39). Es fehlen größere, prospektive, multizentrische Kohortenstudien mit harten Endpunkten (Mortalität und kardiale Morbidität) über mehrere Jahre an definierten Sportlergruppen. Sie sind erforderlich, um eine Aussage zum Umfang und zu Kosten und Nutzen der Vorsorgeuntersuchung zu treffen. Empfohlen wird, die Check-up-35-Untersuchung durch die sportärztliche Vorsorgeuntersuchung zur Prävention und Eignungsprüfung sowie als Lebensstil- und Trainingsberatung zu ergänzen. Auch in Deutschland fehlen Zahlen zur Komplikationshäufigkeit im Sport. Bei Sportereignissen mit großen Teilnehmerzahlen, wie zum Beispiel einem Stadtmarathon, sollte im Rahmen einer prospektiven Studie ein anonymisierter Fragebogen durch die Organisatoren ausgefüllt werden, um die medizinische Versorgung und Zwischenfälle prospektiv zu erfassen. Nur so kann das tatsächliche Risiko bei sportlichen Ereignissen wie Volksläufen, Marathon oder Triathlon erkannt werden. Daraus ließe sich ein Nutzen der Vorsorgeuntersuchung überprüfen. Hierzu ist die Mitarbeit der Organisatoren und Rettungsorganisationen erforderlich. Ein entsprechender Fragebogen liegt bereits vor (Rüther, T. persönliche Mitteilung). Bei Todesfällen im Sport könnte eine möglichst standardisierte gerichtsmedizinische Obduktion mit molekularer Autopsie wesentliche Ergebnisse bringen (9, 10).

Eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung wird derzeit aus ethischen, juristischen und medizinischen Gründen als Konsensusempfehlung (IIa, C) mit einheitlicher Anamnese, Klinik und qualifiziertem Ruhe- EKG als Standard vorgeschlagen. Dieser Vorschlag beruht auf den Empfehlungen des International Olympic Committee (IOC), der kardiologischen, sportmedizinischen und pädiatrischen Gesellschaften in den USA und Europa. Da Verbände, Ministerien und Organisationen wie auch die WHO, Ärzte- und Sportärzteverbände allen Personen regelmäßige körperliche Aktivität zur Primärprävention empfehlen, sollte diesen Personen auch eine qualifizierte Vorsorgeuntersuchung zur Vermeidung kardialer Risiken angeboten werden.

Interessenkonflikt
Prof. Dr. Löllgen hat Honorare für Vorträge von der Firma BayerVital erhalten.
Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 9. 2009, revidierte Fassung angenommen: 26. 1. 2010

Widmung
Herrn Prof. Dr. W. Hollmann zum 85. Geburtstag gewidmet.

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Herbert Löllgen
Praxisgemeinschaft Innere Med./Kardiologie
Dr. Gavrila/Prof. Löllgen
Daniel-Schürmann-Straße 14, 42853 Remscheid
E-Mail: herbert.loellgen@gmx.de

Summary

The Pre-Participation Examination for Leisure Time Physical Activity: General Medical and Cardiological Issues

Background: There is current debate on the appropriate type and extent of medical testing for amateur and hobby athletes before they engage in sports. In particular, views diverge on the value of an ECG at rest.

Methods: We selectively searched the Medline and Embase databases for relevant publications that appeared from 1990 to 2008. The most pertinent ones are discussed here along with current reviews and guidelines that give recommendations on pre-participation testing for amateur athletes.

Results: History-taking and physical examination are standard around the world. The American guidelines on pre-participation examination do not recommend an ECG at rest, yet the guidelines for most European countries explicitly recommend it. No prospective cohort studies have been performed to date that might provide high-grade evidence (class and level) to support this practice. We discuss the pros and cons of an ECG at rest and also present the guideline recommendations on exercise-ECG testing for amateur athletes over age 40.

Conclusion: In accordance with the current European recommendations, and in consideration of the risks of athletic activity, we recommend that all persons participating in sports should undergo a pre-participation examination that includes an ECG at rest. Although primary-prevention campaigns advise physically inactive persons to get regular exercise, prospective studies are still lacking as a basis for recommendations in this group.

Zitierweise
Löllgen H, Leyk D, Hansel J: The pre-participation examination for leisure time physical activity: general medical and cardiological issues. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(42): 742–9. DOI: 10.3238/arztebl.2010.0742

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4210

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

eFragebogen unter:
www.aerzteblatt.de/10m0742

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