ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Randnotiz: Behalten Sie es für sich

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Randnotiz: Behalten Sie es für sich

Dtsch Arztebl 2010; 107(42): A-2017 / B-1761 / C-1733

Hibbeler, Birgit

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Wenn der Alltag eintönig wird, dann gibt es einen simplen Trick, um sich bei Laune zu halten. Man stellt sich einfach die Frage: „Was wäre jetzt das Dümmste, das ich sagen könnte?“ Folgende Situation: Sie wollen einen Bootsführerschein machen. Der Prüfer führt mit Ihnen ein lockeres Gespräch über Wetter und Navigation. Doch dann eine technische Frage: „Weißer Rauch aus dem Motorraum. Woran denken Sie?“ Vielleicht hätten Sie nun innerlich eine wirklich originelle Antwort parat: „Weißer Rauch? Lassen Sie mich überlegen. Ach so, ich weiß schon: ein neuer Papst an Bord. Habemus papam.“ Natürlich denken Sie das aber nur und sagen es nicht. Immerhin wollen Sie die Prüfung bestehen und vermeiden, dass man Sie für unzurechnungsfähig hält. Die Gedanken sind frei. Und glücklicherweise kann man sie nicht hören.

Manchmal sprechen Menschen den Unfug, der in ihrem Kopf kursiert, allerdings aus – obwohl sie die Situation gar nicht auflockern wollen. So geschehen beim Deutschen Apothekertag in München. Gleich zwei der anwesenden Bundestagsabgeordneten sprachen vom „Apotheken-“ und nicht vom „Apothekertag“. Die Wörter unterscheiden sich zwar nur durch einen Buchstaben. Trotzdem entstand nicht gerade der Eindruck, als hätten sich die Redner in irgendeiner Form vorbereitet.

Bevor man spricht, ist es oft hilfreich, einen Moment zu überlegen. Wenn der Oberarzt fragt: „Wo bleiben eigentlich Ihre ganzen Briefe?“, denken Sie möglicherweise: „Ja also, die meisten Akten sind hier im Schrank versteckt. Ein Stapel liegt da hinter der Gardine, und der Rest müsste im Aufzugschacht sein.“ Selbstverständlich sagen Sie aber: „Ich kümmer mich drum.“ Schließlich sind Sie Arzt und kein Politiker.

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