ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Überbelastung: Nicht mehr Halbgott
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Salutogenese! „Wie entsteht eigentlich meine Gesundheit?“, fragte der Arzt. Endlich diese Frage!

Es geht um ihn selbst. Einmal weit weg vom Halbgott in Weiß.

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Einmal nur Mensch. Wer ist er?

Gar nicht so selten ein depressiver und hilfsbedürftiger Mensch!

Da sich unsere globale Gesellschaft in ständigem schnellem Wandel befindet, darf unser Ärztestand nicht stehenbleiben. Der Arzt ist nicht mehr der Halbgott in Weiß, die Patienten emanzipieren sich, die Bürokratie nimmt zu, Krankenhäuser sind Wirtschaftsunternehmen.

Und die Patienten, sind sie nicht besser mündige Kunden?

Ich denke, zu einem Arzt mit verminderter Sensibilität und Empathiefähigkeit kann man keinen Patienten, sondern eher einen Kunden schicken. Dieser trägt besser die Verantwortung für sein Tun. Dann fällt die Hierarchie weg, was eine Entlastung sein könnte.

Der Arzt dürfte dann empathischer Mensch sein, eigene Nöte haben und zeigen.

Ein Umstrukturieren des Arbeitsalltags, wie Dr. Niehaus vorschlägt, reicht nicht aus. Da der Kern tiefer in der Gesellschaft liegt, wie Niehaus sagt, sollten vielleicht die Ärzte unsere Welt lauthals wachrütteln: „Mehr Ethikrichtlinien, mehr Werte!“, statt eisern auszuhalten und bloß nichts zu spüren.

Dr. med. Ute Kiehn-Müller, 21635 Jork

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