ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Kernkraftwerke: Nicht überraschend
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. . . Für Leser von Überschriften und Zusammenfassungen ist das eine klare (und für manche in der derzeitigen Diskussion über Laufzeitverlängerungen willkommene) Aussage. Eine subtilere Präsentation der Besprechung wäre wünschenswert gewesen.

In der besprochenen, sehr aufwendigen und sorgfältig durchgeführten Studie, die auf klinischen Untersuchungen aller betroffenen Kinder von geschulten Pädiatern beruht, „kann mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent die Nullhypothese (RR = 1) zur Hauptfragestellung 1 abgelehnt werden, wenn das tatsächliche RR über 1,4 liegt, entsprechend einer Fehlbildungsprävalenz in der Vergleichsregion von fünf Prozent und in der Studienregion von mindestens sieben Prozent“. (2, dort S. 24). Die Autoren formulieren also deutlich vorsichtiger und schränken – wissenschaftlich korrekt – die Allgemeingültigkeit entsprechend ein.

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Das Ergebnis war eigentlich zu erwarten, da in der Umgebung der deutschen KKW sehr niedrige Strahlenintensitäten gemessen werden. Daran, dass ionisierende Strahlen teratogen sind, besteht kein Zweifel. In der Umgebung schlecht gewarteter kerntechnischer Anlagen mit mangelhafter Immissionsüberwachung würde eine Erhöhung von Fehlbildungsraten nicht überraschen.

Literatur beim Verfasser

Prof. Dr. med. Karl Ernst v. Mühlendahl,
Kinderumwelt gGmbH der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, 49084 Osnabrück

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