ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Kernkraftwerke: Fallzahl zu gering
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die statistische Nachweisstärke (Power) der Studie „Kinder und Kernkraft“ (KuK-Studie) 2010 zu kindlichen Fehlbildungen in der Umgebung von Kernkraftwerken ist wegen zu geringer Fallzahlen ungenügend. Ein Effekt in ähnlicher Höhe, wie in der Studie zu Kinderkrebs um Atomkraftwerke (KiKK) 2007 im Zehn-Kilometer-Entfernungsbereich gefunden, ist mit dieser Studie nicht nachweisbar.

Die KuK-Studie ist nur an zwei Kernkraftwerkstandorten, nur im Zehn-Kilometer-Umkreis und nur über 15 Monate durchgeführt worden. Aussagen zur Power sollten zusammen mit Angaben zum relativen Risiko angegeben werden. Nach Aussage der Autoren wäre die KuK-Studie in der Lage, ein relatives Risiko von 1,32 im Untersuchungsgebiet um die KKW mit ausreichend Power nachzuweisen. Die KiKK-Studie fand aber im Zehn-Kilometer-Bereich nur ein relatives Krebsrisiko von 1,17.

Anzeige

Zur Erinnerung: Die KiKK-Studie umfasste 16 AKW-Standorte und untersuchte 24 Jahre. Die Studienregion um die KKW hatte einen mittleren Radius von ca. 30 Kilometern. Das Hauptergebnis der KiKK-Studie war, dass für Kleinkinder das Risiko, an Krebs und insbesondere an Leukämie zu erkranken, mit der Nähe zum Atomkraftwerk signifikant zunimmt. Die KuK-Studie kann maximal als explorative Studie gelten. Für eine stichhaltige Aussage zu kindlichen Missbildungen in AKW-Nähe ist eine Untersuchung mit größerer Fallzahl und genügender Power zu fordern.

Literatur beim Verfasser

Reinhold Thiel, Mitglied der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), 89171 Illerkirchberg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige