ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Kernkraftwerke: Zur Abstandsrelation
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Die KuK-Studie vergleicht die Prävalenz von Fehlbildungen in einem Zehn-Kilometer-Umkreis um zwei deutsche Kernkraftwerke (KKW) mit der Prävalenz in einem Vergleichsgebiet ohne KKW. Im Zehn-Kilometer-Bereich findet sich allerdings auch bei kindlichen Leukämien kein signifikant erhöhtes Risiko um KKW im Vergleich zum Bundesdurchschnitt: Aus den Zahlen der KiKK-Studie errechnet sich ein relatives Risiko von SIR = 1,09 (95 % Vertrauensbereich: 0,88 bis 1,34). Hätten die Autoren der KuK-Studie den Acht-Kilometer-Umgebungsbereich um die KKW anstatt des Zehn-Kilometer-Bereichs für den Vergleich herangezogen, hätte sich ein relatives Risiko von RR = 1,15 mit einem 95 Prozent VB von 0,86 bis 1,53 ergeben, also ein leicht erhöhtes Risiko von Fehlbildungen in KKW-Nähe gegenüber der Vergleichsregion.

Auch wenn Frau Leinmüller schreibt, es bestünde keine negative Abstandsrelation, ist das fragwürdig. Vergleicht man die Fehlbildungsprävalenz im Ein- bis Acht-Kilometer-Bereich (5,40 % ± 0,61 %) mit der Prävalenz im Acht- bis Zehn-Kilometer-Bereich (3,19 % ± 0,55 %), so errechnet sich ein relatives Risiko von 1,73 (p < 0,01; Chiquadrattest). Damit deutet sich ein negativer Abstandstrend an, der aber wegen der Beschränkung der Studie auf einen Zehn-Kilometer-Entfernungsbereich nicht überzeugend nachgewiesen werden kann.

Literatur beim Verfasser

Dr. Alfred Körblein, 90403 Nürnberg

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