ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2010Telematik: Einseitige Kostenlast
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. . . Immer wenn von solch ausgelobten Förderprogrammen die Rede ist, läuten bei mir die Alarmglocken. Der Einmalzahlung von 500 Euro für die Online-Abrechnung stehen nach privaten Recherchen und KV-Informationen jährlich ca. 1 000 Euro Kosten in meiner Praxis (Allgemeinarztpraxis mit ca. 900 Scheinen im Quartal) entgegen. Mein Team und ich versorgen im Praxisalltag unsere Patienten bisher hervorragend ohne DSL, Online-Dienste und Internetportale.

Nun soll ich für die viermalige Nutzung einer sicheren Datenverbindung (VPN) zu meiner KV für die Quartalsabrechnung eine Kostensteigerung von ca. 5 000 Prozent (Kosten für Disketten und Einwurf bei der KV versus Online-Abrechnung) als innovativ akzeptieren?

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Aus meiner Perspektive habe ich den Eindruck, dass ausschließlich KVen, KBV und ganz besonders (mein) IT-Dienstleister von der vorgeschlagenen Prozedur profitieren! Zum Zusatznutzen muss ich gestehen, dass mir die Zeit fehlt (und die Sinnhaftigkeit abgeht), im KV-Portal in irgendwelchen Statistikmodulen, Praxisbörsen, Qualitätszirkeln etc. zu surfen.

Dass sichere Datenverbindungen auch kostengünstiger und subventionsfrei funktionieren, das beweist seit vielen Jahren das Online-Banking. Die Banken honorieren dieses Prozedere mit kostenlosen Transaktionen, und neuerdings gibt es den sicheren E-Post-Brief. Da ist die Software Freeware. Diese kann auch vom Nichtprofi Menü geführt und ganz ohne teuren IT-Dienstleister installiert werden. Schnittstellenprobleme zu anderen Standardsoftwareapplikationen gibt es hierbei nicht.

Die vernetzte Welt ist global. Für Standards, effektive und effiziente Applikationen sind eine Gesamtstrategie und Umsetzung durch die KBV und nicht die Kleinstaaterei einzelner KVen zwingend.

Für meine Beiträge erwarte ich von der KBV eine skalierbare Praxissoftware inklusive Kommunikationssoftware für die unterschiedlichen Regionen der Bundesrepublik, welche als Freeware von der jeweiligen KV für die spezifischen Facharztpraxen und Leistungserbringer zur Verfügung zu stellen ist . . .

Dr. med. Ines Voigt, 55122 Mainz

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