ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1997Krankenhauskooperation: Vorsprung durch Zusammenarbeit

POLITIK: Aktuell

Krankenhauskooperation: Vorsprung durch Zusammenarbeit

Hofmann, Susanne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Kooperation führt zu einer besseren Versorgung der Patientinnen und Patienten. Vor diesem Hintergrund fand auf Einladung des Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Ingo Flenker, Anfang September eine Diskussionsveranstaltung "Vorsprung durch Zusammenarbeit - medizinische und ökonomische Vorteile der Krankenhauskooperation" in Dortmund statt.
"Die vorgesehene künftige Beschränkung des Landes bei der Krankenhausplanung auf eine Rahmenplanung führt zu einem unmittelbaren Verantwortungszuwachs der Vertragspartner auf regionaler Ebene", betonte der Kammerpräsident. "Krankenhauskooperationen werden auch unter diesem Aspekt zusätzlich an Bedeutung gewinnen." Denkbar seien Kooperationen von Krankenhäusern untereinander oder mit Praxen, Therapie-, Rehabiliations- und Pflegeeinrichtungen sowie die Einrichtung von Notfallpraxen an Krankenhäusern. All dies könne zur medizinischen und ökonomischen Optimierung im Krankenhausbereich beitragen.
Wirtschaftlicher Druck
Neu, so der Krankenhausreferent des Caritasverbandes für die Diözese Münster, Klaus-Peter Fiege, sei der Kooperationsgedanke keinesfalls - jedoch habe er durch den wirtschaftlichen Druck, der auf den Krankenhäusern laste, eine neue Dimension gewonnen. Gemeinsamer Einkauf, ein gemeinsamer technischhandwerklicher Dienst und eine gemeinsame Diagnostik etwa im Labor oder bei Großgeräten schaffen Synergieeffekte, die einen Abbau von Betten oder Arbeitsplätzen verhindern können. In die Praxis umgesetzt wird seit drei Jahren eine Krankenhauskooperation im Raum Arnsberg. "Mit unserer Kooperation wurde das Ziel einer ortsnahen Versorgung, verbunden mit einer qualitativen Verbesserung, erreicht", berichtete Dr. Wilhelm Kayser, Ärztlicher Direktor des Städtischen Krankenhauses Marienhospital. Begonnen wurde mit einem Zusammenschluß der Apotheke, einer Krankenpflegeschule und des Zentrallabors - weitaus schwieriger gestaltete sich die Neustrukturierung der einzelnen medizinischen Abteilungen. Nach genauer Analyse jeder einzelnen Abteilung nach Auslastung, Fallzahl, Verweildauer sowie der Wanderbewegung innerhalb und außerhalb des Versorgungsgebietes legte das Krankenhaus verschiedene Abteilungen zusammen oder wandelte bisherige Belegabteilungen in reguläre Krankenhausabteilungen um. Durchaus positiv sah auch Dr. Julius Siebertz, Leiter des Referats Krankenhausplanung im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, die Möglichkeit einer stärkeren Kooperation. Hier bestünde eine gute Chance, der finanziellen Not einiger Krankenhäuser entgegenzuwirken. Unterstützung bekämen die Krankenhäuser dann, wenn sich nachweislich die Leistungsstufe und damit der Finanzbedarf ändern würde. Dr. Matthias Geck, Geschäftsbereichsleiter Vertragspartnerservice der AOK Westfalen-Lippe, befürwortete die Kooperationen insbesondere unter dem Aspekt einer stärkeren Verzahnung von ambulantem und stationärem Bereich: "Die Krankenhausversorgung kann sowohl von der Leistungsfähigkeit als auch von der Wirtschaftlichkeit her noch effizienter gestaltet werden." Susanne Hofmann
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote