ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2010Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2010; 107(43): A-2120 / B-1842 / C-1814

Schuchart, Sabine

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Poetische Geschichten, die Auge und Herz berühren – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama

Ab 28. Oktober:

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In ihren Augen

Die Mischung aus Thriller, Politdrama und Liebesfilm brachte bei den Oscars 2010 den Favoriten für den besten fremdsprachigen Film – „Das weiße Band“– um die Auszeichnung. Argentinien vor dem Militärputsch 1976: Juan José Campanella erzählt von den Ermittlungen des Justizbeamten Benjamin Esposito (Ricardo Darín), der rückwirkend versucht, die Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in Buenos Aires aufzuklären, die sich vor 25 Jahren ereigneten. Doch eigentlich geht es um etwas ganz anderes: Das tiefe Gefühl, das den Mann des Opfers ein Leben lang an seine tote Frau und Esposito an seine Vorgesetzte Irene Menéndez Hastings (Soledad Villamil) bindet, die verheiratet ist wie er und einer anderen gesellschaftlichen Klasse angehört. Haben die beiden eine Chance?

Argentinien 2009, 129 Min., FSK: 12

Ab 28. Oktober:

I am Love

Foto: MFA+ FilmDistribution e.K.
Foto: MFA+ FilmDistribution e.K.

Es sind die Frauen der Mailänder Industriellenfamilie Recchi – im Bild Emma (Tilda Swinton) mit ihrer Tochter Elisabetta (Alba Rohrwacher) –, die im Zentrum des opulenten, sinnlich-poetischen italienischen Liebesdramas stehen. Emma, die Signora, die drei erwachsene Kinder hat und ein oberflächliches Luxusleben führt, verliebt sich in den Koch Antonio. Der verführt sie zuerst mit seinen Kochkünsten und weist ihr dann über die Liebe den Weg zu sich selbst. Schön anzusehen, aber nicht unbedingt jugendfrei!

Italien 2009, 120 Min., FSK: 12

Ab 11. November:

Live aus Peepli

Zehntausende Bauern begehen in Indien jedes Jahr aus Armut Selbstmord. Die Tragikomödie zeichnet jenseits von Bolly-
wood-Klischees das Schicksal von Natha nach, dessen Land zwangsversteigert werden soll und der sich umbringen will. Dadurch würde seine Familie hohe staatliche Prämien erhalten. Da aber lokale Wahlen vor der Tür stehen, wird sein Fall zum Politikum und Skandal in Peepli.

Indien 2009, 105 Min., FSK: 12

Ab 11. November:

Somewhere

Eine Vater-Tochter-Beziehung in Hollywood, wie sie Regisseurin Sofia Coppola nur zu bekannt sein dürfte: Johnny Marco (Stephen Dorff) ist ein junger Filmstar, der sich die Zeit mit schönen Frauen, schnellen Autos, Alkohol und Drogen vertreibt. Doch eigentlich ist da Leere und Langeweile. Da kommt ihn unerwartet Cleo (Elle Fanning), seine elfjährige Tochter aus einer früheren Beziehung, besuchen. Wie schon in „Lost in Translation“ passiert alles in einem Hotel – diesmal am Sunset Boulevard.

USA 2010, 98 Min.

Ab 18. November:

Still Walking

Hirokazu Kore-eda gehört mit Ozu und Kurosawa zu den großartigen Filmschaffenden Japans. In seinem brillanten Film „Still Walking“ beobachtet er 24 Stunden lang den Alltag einer Familie. Im Betrachten vieler kleiner Situationen wie der Zubereitung des Essens, in der Sichtbarmachung des Unsichtbaren entfaltet sich für den Zuschauer wie von selbst das Seelenleben der alt gewordenen Yokoyamas, die für einen Tag ihre erwachsenen Kinder und deren Familien zu Besuch haben – zum Gedenken an den vor Jahren verunglückten Ältesten. Der abwesende Sohn ist die Hauptfigur. Sein Tod bildet den Ausgangspunkt, von dem aus Kore-eda das menschliche Sein umkreist und die Frage stellt: Was war es denn, das Entscheidende in Deinem Leben?

Japan 2008, 114 Min.

Dokumentation

Ab 4. November:

Schnupfen im Kopf

Vor 15 Jahren erhielt die 1965 geborene Filmemacherin Gamma Bak nach einem Nervenzusammenbruch die Diagnose Psychose. Weitere Krankheitsschübe folgten. Sieben Jahre nach der Diagnose begann sie, mit einem Videotagebuch den Verlauf der Psychose und die Reaktionen von Freunden und Familie festzuhalten. Neben dieser Langzeitstudie ist der Film auch ein Selbstporträt der Regisseurin, wie sie mit der Krankheit lebt.

Deutschland 2009, 93 Min., FSK: 12

Sabine Schuchart

DVD-Tipp

Was wir wirklich essen

„Die Nahrung soll Deine Medizin sein“, riet einst Hippokrates. Unser heutiges Essen besitzt allerdings nicht immer diese gesundheitsfördernden Wirkungen, wie der amerikanische Dokumentarfilm „Food, Inc.“ über die Abgründe der industriellen Lebensmittelproduktion zeigt. Genmanipuliertes Getreide, mit Medikamenten versetztes Tierfutter, hormonbehandeltes Mastvieh – kaum ein landwirtschaftlicher Bereich, der nicht schon von einem Skandal betroffen gewesen wäre. Regisseur Robert Kenner enthüllt schockierende Wahrheiten über die Ernährung in den USA und die Machenschaften der Lebensmittelkonzerne. Der Film hatte seine Europapremiere bei der Berlinale 2009, wo er auf viel Beifall stieß.

SZ-Cinemathek: „Food Inc.“,
90 Min., FSK: 6, Süddeutsche Zeitung Verlag; 12,90 Euro; Sprachen: Deutsch/Englisch; Erscheinungstermin:
30. Oktober 2010

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