ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2010Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Umstrittene Entscheidung zur PET-Diagnostik

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Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Umstrittene Entscheidung zur PET-Diagnostik

Dtsch Arztebl 2010; 107(43): A-2078 / B-1810 / C-1782

Meißner, Marc

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat am 21. Oktober entschieden, die Positronenemissionsspektroskopie(PET)-Diagnostik für einige Indikationen in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Bei Patienten mit einem bestimmten malignen Lymphom – dem Hodgkin-Lymphom mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 Zentimetern – kann die PET beziehungsweise PET/CT diagnostisch nun sowohl im Krankenhaus als auch in der ambulanten Versorgung eingesetzt werden. Nach Auffassung des G-BA ist die Studienlage für die PET-Diagnostik bei anderen malignen Lymphomen bisher nicht ausreichend. Die Entscheidung, ob diese ebenfalls in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen werden, wurde deshalb für fünf Jahre ausgesetzt. In diesen Fällen kann die PET-Diagnostik nur noch im Krankenhaus und unter Studienbedingungen durchgeführt werden.

Der PET-Diagnostik fehle für viele Indikationen bisher der wissenschaftliche Nachweis des Nutzens. Foto: dpa
Der PET-Diagnostik fehle für viele Indikationen bisher der wissenschaftliche Nachweis des Nutzens. Foto: dpa

„Damit wird den Patienten eine weltweit etablierte Methode vorenthalten“, kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, die G-BA-Entscheidung. Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des G-BA, stellte klar, dass die PET-Diagnostik im Krankenhaus immer noch möglich sei – allerdings sollten die Ergebnisse auch in Studien einfließen: „Nur so kann die nötige Evidenz gewonnen werden.“

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Eine ähnlich differenzierte Entscheidung traf der G-BA für die Protonentherapie: Bei Patienten mit nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen (UICC-Stadien I bis III ohne Metastasenbildung), die nicht operiert werden können, steht die Protonentherapie weiterhin als Kassenleistung zur Verfügung. Bei anderen oder operablen Lungenkarzinomen fehle nach Mehrheitsmeinung im G-BA bisher der wissenschaftliche Nachweis eines Nutzens. Für die Behandlung des fortgeschrittenen UICC-Stadiums IV (mit Metastasenbildung) wurde die Protonentherapie als Kassenleistung ausgeschlossen. Auch im Krankenhaus darf die Protonentherapie in diesen Fällen nicht mehr zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung abgerechnet werden. mei

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