ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2010Hormontherapie: Neue Daten

MEDIZINREPORT

Hormontherapie: Neue Daten

Dtsch Arztebl 2010; 107(43): A-2106 / B-1831 / C-1803

Meyer, Rüdiger

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Anstieg der Brustkrebs- und Gesamtmortalität unter Exanwenderinnen

Die Hormontherapie (HT) hat nicht nur die Brustkrebsinzidenz erhöht, in den Folgejahren kam es auch zu einem Anstieg der Brustkrebs- und Gesamtmortalität (JAMA 2010; 304: 1684–92). Nachdem der Östrogen-Gestagen-Arm der Women’s Health Initiative 2002 abgebrochen worden war, haben die meisten Frauen einer Nachbeobachtung zugestimmt, die jetzt 7,9 Jahre umfasst. In dieser Zeit sind unter den Exanwenderinnen vermehrt Brustkrebserkrankungen aufgetreten (Inzidenz 0,42 Prozent pro Jahr versus 0,34 im Placeboarm).

Diese „Nachwirkung“ war erwartet worden, da zwischen der Einwirkung einer Noxe und der klinischen Manifestation in der Regel mehrere Jahre liegen. Man hatte jedoch gehofft, dass die Hormone nur das Wachstum der Tumoren beeinflussen würden, nicht aber deren Aggressivität, weil bevorzugt Östrogenrezeptor-positive und vielleicht auch HER2/neu-negative Tumoren angeregt würden. Die neuen Daten zeigen nun aber, dass bei den Exanwenderinnen der Lymphknotenbefund häufiger positiv ist (23,7 Prozent vs. 16,2 Prozent). Die Folge war ein Anstieg der Brustkrebsmortalität von 1,3 auf 2,6 Todesfälle auf 10 000 Personenjahre.

Diese Auswertung beruht zwar nur auf 25 Todesfällen an Brustkrebs (versus zwölf im Placeboarm), die Hazard Ratio (HR) von 1,96 erreichte aber bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,00–4,04 das Signifikanzniveau (p = 0,049). Das trifft auch auf die Gesamtsterblichkeit zu, die infolge der HT von 3,4 auf 5,3 Todesfälle pro 10 000 Personenjahre signifikant angestiegen ist (HR 1,57; 1,01–2,48; p = 0,045).

Rüdiger Meyer

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema