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In dem Artikel von Neuhäuser et al. wird auf Empfehlungen zur Durchführung der Analgosedierung bei schmerzhaften Eingriffen im Kindes- und Jugendalter eingegangen. In der zusammenfassenden Indikationsliste (Kasten 2 des Beitrags) ist ein schwerwiegender und leider häufiger Punkt zu ergänzen, nämlich die zahnärztliche Behandlung von Angstpatienten, hier insbesondere prä- beziehungsweise unkooperativer Kinder. Die meisten zahnärztlichen und zahnchirurgischen Eingriffe (zum Beispiel Bohren, Zahnextraktion) lassen sich üblicherweise in Lokalanästhesie problemlos durchführen. Bei Patienten mit übergroßer Angst vor zahnärztlicher Behandlung (Dentalphobie, Oralophobie) oder bei Kindern reicht dies in der Regel nicht aus. Ursächlich wirken bei der Angstentstehung zumeist mehrere Faktoren zusammen, darunter insbesondere in der Kindheit erlebte traumatische Erlebnisse beim Zahnarzt („Zahntrauma“). Daneben können aber auch allein Negativberichte über Zahnarztbesuche angstauslösend sein (1). Je erfahrener der Zahnarzt und das Praxisteam mit (jungen) Angstpatienten sind, umso besser wird sich der Behandelte fühlen (2). Mit der Analgosedierung (überwachte Sedierung mit Analgesie) bietet sich ein schonendes zusätzliches Instrument, um diagnostische Maßnahmen oder eine notwendige Zahnbehandlung ruhig und entspannt zu bewältigen (3). Bei manchen Kindern oder bei extremer Phobieausprägung ist jedoch eine Allgemeinanästhesie notwendig, um das Behandlungsergebnis nicht durch starke Angstreaktionen zu gefährden oder die Therapiesitzung abbrechen zu müssen. Die Indikation dazu und die Art der Durchführung sind gemeinsam mit Eltern, dem Kinder- oder Hausarzt und Anästhesisten abzuklären. Während die Durchführung einer Analgosedierung beziehungsweise einer Narkose bei zahnärztlichen Eingriffen also eine erfolgreiche lokale Behandlung ermöglichen soll, bedarf die ursächliche Therapie der chronischen Phobie außerdem psychologischer und psychosomatischer Ansätze.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0784c

Dr. med. dent. Silke Shah

Dr. med. Sanjai M. Shah

Im Kießling 14

64665 Alsbach

E-Mail: sanjai_shah@web.de

1.
Smith PA, Freeman R: Remembering and repeating childhood dental treatment experiences: parents, their children, and barriers to dental care. Int J Paediatr Dent 2010; 20(1): 50–8. MEDLINE
2.
Slovin M, Falagario-Wassermann J: Special needs of anxious and phobic dental patients. Dent Clin North Am. 2009; 53(2): 207–19, viii. MEDLINE
3.
Zebuhr Y: Analgosedierung in der Zahnheilkunde – Bewährte Konzepte und neue Entwicklungen. Bayerisches Zahnärzteblatt 2007; 11: 50–2.
4.
Neuhäuser C, Wagner B, Heckmann M, Wiegand MA, Zimmer KP: Analgesia and sedation for painful interventions in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(14): 241–7. VOLLTEXT
1.Smith PA, Freeman R: Remembering and repeating childhood dental treatment experiences: parents, their children, and barriers to dental care. Int J Paediatr Dent 2010; 20(1): 50–8. MEDLINE
2.Slovin M, Falagario-Wassermann J: Special needs of anxious and phobic dental patients. Dent Clin North Am. 2009; 53(2): 207–19, viii. MEDLINE
3.Zebuhr Y: Analgosedierung in der Zahnheilkunde – Bewährte Konzepte und neue Entwicklungen. Bayerisches Zahnärzteblatt 2007; 11: 50–2.
4.Neuhäuser C, Wagner B, Heckmann M, Wiegand MA, Zimmer KP: Analgesia and sedation for painful interventions in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(14): 241–7. VOLLTEXT

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