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Wir folgen gern der Anregung von Herrn Dr. Schmidt zur genaueren Differenzierung unserer Daten nach der Versicherungsart. In Deutschland sind 38,7 % der privat Versicherten (PKV) der Ansicht, dass alles in allem unser Gesundheitssystem nicht schlecht funktioniert und nur Kleinigkeiten zu ändern sind; dies sind bei den rein gesetzlich Versicherten (GKV) mit 22,5 % deutlich weniger, ähnlich wie bei den gesetzlich Versicherten mit Zusatzversicherung (GKV + ZV) (24,8 %). Grundlegende Änderungen des Gesundheitssystems halten 41,8 % (PKV), 51,4 % (GKV) und 51,9 % (GKV + ZV) für notwendig. 19,5 % (PKV), 26,1 % (GKV) und 23,4 % (GKV + ZV) meinen, dass bei unserem Gesundheitssystem so viel verkehrt sei, dass es komplett reformiert werden muss. Die Qualität ihrer Versorgung in den letzten zwölf Monaten bewerten 53,7 % der PKV-Patienten mit ausgezeichnet oder sehr gut. Dies sind deutlich mehr als bei GKV-Patienten (31,2 %) und bei GKV + ZV-Patienten (42,2 %); als gut bezeichnen es 41 % (PKV), 55,7 % (GKV) und 49,6 % (GKV + ZV). Eine Rolle bei der höheren Zufriedenheit der PKV-Patienten könnten kürzere Wartezeiten und frühere Behandlungstermine spielen. So bekamen PKV- und GKV+ZV-Patienten mit 76 % und 72 % häufiger einen Arzttermin am gleichen oder am nächsten Tag, verglichen mit 56 % der GKV-Patienten. Auf einen Termin beim Facharzt mussten auffällig weniger PKV-Patienten (6,9 %) länger als vier Wochen warten, im Vergleich zu 33,2 % (GKV) und 25,5 % (GKV + ZV). Die Einfachheit des Behandlungszugangs ist im Notfall, am Wochenende oder an einem Feiertag in Deutschland allerdings unabhängig vom Versicherungsstatus. Den Zugang zur telefonischen häuslichen Beratung bewerten Zweidrittel der Befragten als leicht oder sehr leicht, und auch dies unabhängig von der Versicherungsart.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0783b

Prof. Dr. med. Peter T. Sawicki

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Dillenburger Straße 27

51105 Köln

E-Mail: consuela.jacobi-yniguez@iqwig.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Koch K, Schürmann C, Sawicki P: The German health care system in international comparison—a patient perspective. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(24): 427–34. VOLLTEXT
1.Koch K, Schürmann C, Sawicki P: The German health care system in international comparison—a patient perspective. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(24): 427–34. VOLLTEXT

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