ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2010Dieter-Scheffner-Fachzentrum Berlin: Katalysator für Lehre

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Dieter-Scheffner-Fachzentrum Berlin: Katalysator für Lehre

Dtsch Arztebl 2010; 107(44): A-2161 / B-1875 / C-1847

Richter-Kuhlmann, Eva

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Das neue Fachzentrum will evidenzbasierte Ausbildungsforschung fakultätsübergreifend betreiben.

Als ein Katalysator im Innovationsprozess des Medizinstudiums versteht sich das neu gegründete Dieter-Scheffner-Fachzentrum Berlin. „Viele medizinische Fakultäten in Deutschland haben ausgezeichnete Projekte, die unter dem Dach des Zentrums fortentwickelt werden könnten“, erklärt Prof. Dr. med. Manfred Gross, Prodekan für Studium und Lehre der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Gross’ Ziel ist es, in den nächsten Jahren die medizinische Ausbildung zu evaluieren und zu professionalisieren. Anlaufstelle könnte nach seiner Ansicht das deutschlandweit erste Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und Ausbildungsforschung sein, das am 20. Oktober an der Charité offiziell seine Pforten öffnete. Benannt ist das Fachzentrum nach dem langjährigen Dekan der Medizinischen Fakultät Berlin, Prof. Dr. med. Dieter Scheffner, Pionier des 1999 ins Leben gerufenen Reformstudiengangs Medizin an der Charité und Vorkämpfer für die Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung.

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Zentrum bündelt Aktivitäten

Kooperieren will das Fachzentrum sowohl national wie international. So gehören dem wissenschaftlichen Beirat Medizindidaktiker der Harvard Medical School, der Mayo Medical School und der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) an. Um die Einrichtung zügig zu einem bundesweiten Referenzzentrum für medizinische Lehre auszubauen, werden zudem Expertengruppen gebildet, denen auch Mitglieder anderer medizinischer Fakultäten angehören. „Trotz intensiver Bemühungen steckt die medizinische Ausbildungsforschung hierzulande noch in den Kinderschuhen“, erläutert die Berliner Dekanin Prof. Dr. med. Annette Grüters-Kieslich den Ansatz. „Wir brauchen eine neue Qualitätskultur in der medizinischen Lehre.“ Die Charité habe deshalb für die Leitung des Fachzentrums eine eigene Professur für Curriculumsentwicklung und Ausbildungsforschung in der Medizin geschaffen, die demnächst besetzt werden soll.

Studiengangvielfalt in Berlin

Insgesamt besteht das Zentrum aus 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in zehn Kompetenzbereichen praxisrelevante Ausbildungsforschung betreiben, Konzepte für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Lehrpläne erarbeiten und fakultätsübergreifende Angebote zur Förderung der Lehrkompetenz entwickeln. Gefördert wird der Ausbau des Fachzentrums von der Stiftung Mercator und der Volkswagen-Stiftung im Rahmen der Initiative „Bologna – Zukunft der Lehre“, um einen zentralen Ort an der Fakultät zu schaffen, an dem Aktivitäten in der Lehre gebündelt, fächerübergreifend weiterentwickelt und vernetzt werden.

Für Vergleichsstudien zurückgreifen kann das Fachzentrum zunächst auf die drei Berliner Medizinstudiengänge: den Regel-, den Reform- und den neuen Modellstudiengang Medizin. „Die drei parallelen Studiengänge sollen vor Auslaufen des Regel- und Reformstudiengangs evaluiert und verglichen werden. Denn der mit dem Wintersemester 2010/11 gestartete Modellstudiengang soll nach und nach die beiden anderen Studiengänge ablösen. Sein Anspruch ist es, den Studierenden durch einen modularen Aufbau und individuelle Schwerpunktsetzung eine Symbiose aus Praxisnähe und Wissenschaftlichkeit zu bieten.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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