ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2010Randnotiz: Vom Ursprung zweier Berufe

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Randnotiz: Vom Ursprung zweier Berufe

Dtsch Arztebl 2010; 107(44): A-2141 / B-1861 / C-1833

Gerst, Thomas

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Wir schreiben das Jahr 2178. Junge Medizinhistoriker an der hausärztlichen Fakultät der Universität zu Köln schicken sich an, mit einem Forschungsprojekt der Frage nachzugehen, warum es in Deutschland zwei verschiedene Arten von Ärzten – Hausärzte und Fachärzte – gibt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nach einer Voranfrage bereits signalisiert, dass man einen diesbezüglichen qualifizierten Projektantrag wohlwollend bescheiden werde, würde dies doch dazu beitragen, die Verwirrung über die Genese der zwei DFG-Medizingremien im eigenen Hause aufzulösen.

Die Datenlage für die Forscher ist alles andere als gut, haben doch mehrere Speichersystemwechsel und -zusammenbrüche in den vergangenen 150 Jahren dazu geführt, dass sich nur noch wenige aussagekräftige digitalisierte Archivquellen aus der Endneuzeit erhalten haben. Ein Glücksfund, bisher unbekannte papiergebundene Informationen aus der Zeit vor der Trennung in zwei verschiedene Arztberufe, scheint nun ein wenig Licht in die rätselhafte Entwicklung bringen zu können.

Eine erste Durchsicht der papiernen Zeugnisse aus der Zeit um die Jahrtausendwende deutet darauf hin, dass alles damit anfing, dass die Verteilung des Honorars, das für die damals tatsächlich noch selbstständigen Ärzte zur Verfügung stand, nicht klappte. Die Ärzte durften selbst darüber bestimmen, konnten sich aber nicht einigen. Also trennte man sich. Es scheint so, als hätte nur wenig später das energische Eingreifen des Staates noch rechtzeitig Schlimmeres abgewendet. Fast hätte der Streit ums Geld noch eine weitere regionale Aufsplitterung der gerade entstandenen zwei Arztberufe nach sich gezogen.

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