ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2010Vorsorge und Rehabilitation: Weniger Leistungen für Kinder und Eltern

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Vorsorge und Rehabilitation: Weniger Leistungen für Kinder und Eltern

Dtsch Arztebl 2010; 107(44): A-2140 / B-1860 / C-1832

Hibbeler, Birgit

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Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) warnt vor Einsparungen bei medizinischer Vorsorge und Rehabilitation von Kindern und Eltern. Obwohl sich der Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen seit Jahren verschlechtere, seien die Ausgaben in diesem Bereich gesunken. Nach Angaben des BDPK genehmigt die Rentenversicherung mittlerweile nur noch jeden zweiten Rehaantrag für Kinder und Jugendliche (nach § 31 Sozialgesetzbuch [SGB] VI).

Bei der Kinder - rehabilitation sind die Belegungszahlen rückläufig. Das beklagen die Klinikbetreiber. Foto: picture-alliance
Bei der Kinder - rehabilitation sind die Belegungszahlen rückläufig. Das beklagen die Klinikbetreiber. Foto: picture-alliance

Bei den Krankenkassen seien drastische Einsparungen im Bereich der Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen (§ 24 und 41 SGB V) zu verzeichnen. In den letzten zwei Jahren seien die Ausgaben um 20 Prozent zurückgegangen. Kritik kam auch vom Müttergenesungswerk: 32 Prozent der entsprechenden Anträge seien im ersten Halbjahr 2010 von den Kassen abgelehnt worden.

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Als Ursache für den Rückgang sieht der BDPK den wirtschaftlichen Druck auf die Kostenträger. Die Krankenkassen stünden zunehmend im Wettbewerb, bei der Rentenversicherung spielten Budgetbeschränkungen eine Rolle. Die sinkenden Ausgaben könnten aus Sicht des Klinikverbandes verheerende Auswirkungen für die Gesellschaft haben. Seien Kinder dauerhaft eingeschränkt, könne dies Folgen für den künftigen Arbeitsmarkt haben. „Die Kassen legen mit ihrer Bewilligungspraxis Feuer an die Zündschnur der demografischen Bombe“, sagte Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK. Der BDPK fordert die Kostenträger auf, ihre Bewilligungspraxis zu ändern. Aber auch die Politik sei gefragt. Die Reha von Kindern zulasten der Rentenversicherung müsse eine Pflichtleistung, das Budget angehoben werden. Für Mutter/Vater-Kind-Vorsorgemaßnahmen der Krankenkassen solle eine ärztliche Direktverordnung eingeführt werden. Der BDPK fordert auch eine Stärkung der Patientenrechte bei der Auswahl der Einrichtung. BH

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