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Die für den Frauenarzt interessante Übersichtsarbeit kann nicht unkommentiert bleiben, da gerade aus der UFK Erlangen gelegentlich radikal anmutende Postulate aus dem Zusammenhang zwischen Quantität und Qualität abgeleitet werden, die erfreulicherweise nicht unwidersprochen bleiben (1).

Die Zahl von 140 „einfachen“ Hysterektomien pro Jahr verteilt sich auf die an einer Universitätsklinik große Zahl von Ärzten, so dass schon aus oben genannten Gründen gefragt werden darf, wie sich damit der beschriebene Zusammenhang herstellen lässt, und man hätte gerne erfahren, wie viele Eingriffe der einzelne Operateur vornimmt.

Auch die sehr lang erscheinenden Operationsdauern (was macht man bei einer vaginalen Hysterektomie so lange?) bedürfen unter wirtschaftlichen und medizinischen Aspekten einer kritischen Hinterfragung.

Bei durchschnittlichen Aufenthaltsdauern von zehn Tagen nach einer abdominalen Hysterektomie wird klar, welche Einsparpotenziale immer noch bestehen, ganz zu schweigen davon, wie gut das Verhältnis zum MDK sein muss, um nicht in einer Flut von Anfragen zu ertrinken – „tu felix universitas“?

Abschließend darf Herr Prof. Egger zitiert werden (2): „...vorwiegend eine ärztliche Diskussion, ob die Hysterektomie vollständig...auszuführen sei“ und: „...die vollständige Hysterektomie auf vaginalem Wege...die einfachste, schnellste und...mit den geringsten Nebenwirkungen versehene Operation.“

Dem ist wenig hinzuzufügen, diese und seine zusätzlichen Äußerungen in Verbindung mit der eigenen Erfahrung müssen die Frage erlauben, ob die hohe Zahl von LASH (=Laparoskopisch assistierte supracervikale Hysterektomie), LAVH (=Laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie) und TLH (=totale laparoskopische Hysterektomie) wirklich im stets beschworenen Interesse der Patientinnen sind.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0796a

Dr. med. Ulrich Steigerwald

Enzkreis-Kliniken Mühlacker

Hermann-Hesse Straße 34

75417 Mühlacker

E-Mail: Zahira.Azzam@kliniken-ek.de

1.
Enderer-Steinfort G: Gynäkologische Krebszentren – Wie viel brauchen wir wirklich? Frauenarzt 2010; 51: 407–9.
2.
Egger H: Suprazervikale oder totale Hysterektomie? Gynäkol Prax 2010; 34: 205–7.
3.
Müller A, Thiel FC, Renner SP, Winkler M, Häberle L, Beckmann MW: Hysterectomy—A comparison of approaches. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(20): 353–9. VOLLTEXT
1.Enderer-Steinfort G: Gynäkologische Krebszentren – Wie viel brauchen wir wirklich? Frauenarzt 2010; 51: 407–9.
2.Egger H: Suprazervikale oder totale Hysterektomie? Gynäkol Prax 2010; 34: 205–7.
3.Müller A, Thiel FC, Renner SP, Winkler M, Häberle L, Beckmann MW: Hysterectomy—A comparison of approaches. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(20): 353–9. VOLLTEXT

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