ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1997Verordnung topischer Antirheumatika: Von Rheumatologen befürwortet

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Verordnung topischer Antirheumatika: Von Rheumatologen befürwortet

Hoc, Siegfried

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LNSLNS "Topische Antirheumatika mit Wirksamkeitsnachweis sind unverzichtbare Arzneimittel und müssen daher für die ärztliche Verordnung uneingeschränkt verfügbar bleiben." Mit dieser Forderung wendet sich Prof. Ernst-Martin Lemmel (Baden-Baden) gegen die Bestrebungen der Krankenkassen, diese Externa den Arzneimitteln mit umstritte- ner Wirksamkeit zuzuordnen und damit in das Programm zur Verhinderung von Regressen aufzunehmen.
Lemmel unterstrich auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, daß topisch anwendbare Antirheumati-ka, die als Wirksubstanzen die nichtsteroidalen Antiphlogistika Diclofenac, Etofenamat, Febrinac, Ibuprofen, Indometacin oder Piroxicam enthalten, im Sinne des neuen Arzneimittelgesetzes ihren Wirksamkeitsnachweis erbracht haben. Der Einsatz dieser Externa erfülle den allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse und überschreite nicht das Maß des Ausreichenden, Notwendigen, Zweckmäßigen und Wirtschaftlichen, wenn die Indikationen beachtet werden, wie 1994 auf einer Konsensuskonferenz von Rheumatologen, Orthopäden und Allgemeinmedizinern fest-gehalten wurde. Danach seien die Indikationen loka-lisierte, entzündliche, degenerative und verletzungsbedingte Krankheitszustände des Stütz- und Bewegungsapparates, ergänzende Behandlung bei systemischen, entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (wie rheumatoider Arthritis) sowie oberflächliche Thrombophlebitiden, so Lemmel.
Experimentelle und klinische Untersuchungen haben laut Lemmel nachgewiesen, daß topische Antirheumatika nur die periartikulären, nicht aber die intraartikulären Gewebe in wirksamer Konzentration erreichen können. Daher sei die topische Anwendung vor allem für ältere Patienten indiziert, da eine systemische Belastung mit dem Wirkstoff vermieden wird. Diese Externa haben sich, so Lemmel, bewährt gegen extraartikuläre Schmerzen bei Arthrose, aber auch gegen Kapselschmerzen sowie bei Tendopathien und Instabilitäten.
Andernfalls, so befürchtet Lemmel, werde sich die Therapie mehr auf physikalische Maßnahmen verlagern, die aber in den meisten Fällen alleine nicht ausreichend seien. Befürchtet wird auch, daß eine Einschränkung der Verordnung topisch wirksamer Antirheumatika zu einer nicht kontrollierbaren Selbstmedikation führt, mit der Gefahr einer insuffizienten Behandlung. Siegfried Hoc
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