ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2010Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung: Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium handelt nicht

AKTUELL

Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung: Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium handelt nicht

PP 9, Ausgabe November 2010, Seite 484

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Psychologie ist nach wie vor ein begehrtes Studienfach. Foto: ddp
Psychologie ist nach wie vor ein begehrtes Studienfach. Foto: ddp

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wirft der Bundesregierung Untätigkeit hinsichtlich einer notwendigen Reform der Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) vor. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zu dem Thema (Bundestagsdrucksache 17/3153) sei „völlig unbefriedigend“, so die gesundheitspolitische Sprecherin Birgit Bender. Auch der Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPTK), Prof. Dr. Rainer Richter, hält die Antwort für „widersprüchlich und unbefriedigend“.

Hintergrund: Seit Mai 2009 liegt dem Bundesministerium für Gesundheit das eigens in Auftrag gegebene Forschungsgutachten zur Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung vor. Dringenden Reformierungsbedarf gibt es unter anderem aufgrund der prekären finanziellen Situation der Ausbildungskandidaten während des praktischen Jahres und wegen der nicht auf die Abschlüsse Bachelor und Master passenden Zugangsvoraussetzungen zur postgradualen Ausbildung. Die Gutachter haben sich für den Master sowohl als Voraussetzung für die Ausbildung zum PP als auch zum KJP ausgesprochen. In vielen Bundesländern wird nämlich bereits der Bachelor als Voraussetzung für die KJP-Ausbildung akzeptiert. Die 83. Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz der Länder hat die Bundesregierung deshalb gebeten, eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Novellierung der Ausbildung einzurichten und kurzfristig einen Masterabschluss für die Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung gesetzlich vorzuschreiben. Dies unterstützt auch die BPTK: Der 16. Deutsche Psychotherapeutentag hat im Mai Eckpunkte für die Reform der Ausbildung beschlossen, um dem Änderungsbedarf nachzukommen.

Anzeige

In der Antwort der Bundesregierung heißt es, dass keine entsprechenden Gesetzesinitiativen geplant seien. Auch über Zeitpunkt und Inhalte einer Novellierung des Psychotherapeutengesetzes habe die Regierung „noch nicht entschieden“. Ob und wann eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe tätig werde, „lässt sich noch nicht abschätzen“. Untätigkeit werde zu einem „Flickenteppich länderspezifischer Regelungen“ führen, warnt Grünenpolitikerin Bender. BPTK-Präsident Richter fordert: „Die Bundesregierung muss jetzt handeln, um die Versorgung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.“ pb

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema