ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2010Tabaksteuer: Rauchen wird teurer

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Tabaksteuer: Rauchen wird teurer

PP 9, Ausgabe November 2010, Seite 485

Richter-Kuhlmann, Eva; Hillienhof, Arne

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Foto: ddp
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Nach langen Diskussionen hat die schwarz-gelbe Koalition beschlossen, die Tabaksteuer zu erhöhen. In Kraft treten soll das Steuermodell zum 1. Mai 2011 – in fünf Stufen. In der Stufe eins im kommenden Jahr sollen die Maßnahmen Mehreinnahmen von 200 Millionen Euro bringen. Eine Milliarde Euro werden für 2015 erwartet.

Auf Vorschlag des Bundesfinanzministeriums sollen Raucher im nächsten Jahr zwischen vier und acht Cent mehr pro Schachtel zahlen. In fünf Jahren könnte eine Schachtel dann bis zu 40 Cent teurer sein als jetzt. Für andere Tabakwaren wie Feinschnitt, Zigarren oder Zigarillos soll die Steuer stärker steigen. Bei losem Tabak ist eine eine Erhöhung zwischen zwölf und 14 Cent pro 40-Gramm-Packung geplant. Für Raucher wird es sich künftig weniger lohnen, selbst zu drehen, sie könnten wieder eher zur fertigen Zigarette greifen.

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Auf Kritik stößt die Verwendung der zusätzlichen Steuergelder. Statt die Industrie bei der Ökosteuer zu entlasten, sollten die Mehreinnahmen den Krankenkassen zugutekommen, fordert die Ärztekammer Berlin. „Es ist vollkommen richtig, Produkte, die Menschen nachweislich krank machen können, stärker zu besteuern“, sagte Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz. Die gewonnenen Mittel müssten aber dazu dienen, die entstehenden Folgekosten zu begleichen. ER/hil

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