ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2010KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung – Köhler: Kostenerstattung muss kommen

AKTUELL

KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung – Köhler: Kostenerstattung muss kommen

PP 9, Ausgabe November 2010, Seite 486

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

„Ein höherer Anteil von Kostenerstattung in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ist ein zwar tiefgreifender, aus unserer Sicht aber unerlässlicher Schritt, um die Ausgaben besser zu kontrollieren.“ Das hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Andreas Köhler, auf der Ver­tre­ter­ver­samm­lung am 1. Oktober betont. „Ohne eine stärkere Selbstverantwortung der Versicherten bekommen wir auf Dauer unser zentrales Problem, nämlich den Spagat zwischen einer begrenzten Geldmenge und einer unbegrenzten Nachfrage nach ambulanten Leistungen, nicht in den Griff“, sagte Köhler.

Für mehr Eigenverantwortung der Versicherten sprach sich KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Köhler aus. Foto: dpa
Für mehr Eigenverantwortung der Versicherten sprach sich KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Köhler aus. Foto: dpa

Die geplanten Zusatzbeiträge hätten keine direkte steuernde Wirkung auf die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen, da sie von allen GKV-Mitgliedern gezahlt werden müssten. „Deshalb treten wir für die Kostenerstattung und/oder eine prozentuale Eigenbeteiligung ein“, teilte Köhler mit. Zum Schutz der Patienten müsse diese sozial abgefedert werden.

Anzeige

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) hatte vor kurzem im Interview (DÄ, Heft 37/2010) erklärt: „Wir denken darüber nach, wie man ein intelligentes System der Kostenerstattung auf den Weg bringt.“ Am 2. Oktober erläuterte er bei einer Rede vor niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Berlin, zuvor müsse man eine Honorarreform im ambulanten Bereich umsetzen. Die bestehenden Regelungen hält Rösler weder für leistungsgerecht noch für transparent.

Die Diskussionen um Systemkorrekturen werden in der ersten Oktoberwoche fortgesetzt. Dann wird sich der Erweiterte Bewertungsausschuss erneut unter anderem damit befassen, wie Honorarzuwächse im Jahr 2011 auf die einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen verteilt werden. Rie

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema