ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2010Unipolare Depression: Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie aus der aktuellen S3- und Nationalen VersorgungsLeitlinie „Unipolare Depression“

WISSENSCHAFT

Unipolare Depression: Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie aus der aktuellen S3- und Nationalen VersorgungsLeitlinie „Unipolare Depression“

PP 9, Ausgabe November 2010, Seite 505

Härter, Martin; Klesse, Christian; Bermejo, Isaac; Schneider, Frank; Berger, Mathias

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Unter den Volkskrankheiten nimmt die Bedeutung unipolarer Depressionen stetig zu. Mit einer Lebenszeitprävalenz von 16 bis 20 Prozent zählen depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen und Beratungsanlässen in der Versorgung (1). Große Verbesserungspotenziale für die Versorgung bestehen bezüglich adäquater und rechtzeitiger Erkennung depressiver Störungen, der Ausrichtung an evidenzbasierten Empfehlungen bezüglich Diagnose und Behandlung sowie einer abgestuften und vernetzten beziehungsweise sektorenübergreifenden Versorgung (2, 3).

Initiator der S3-Leitlinie war die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), die in den Jahren 2005 bis 2009 federführend die Leitlinienentwicklung mit weiteren Fachgesellschaften finanziert und erarbeitet hat, unterstützt durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaft (AWMF). Darüber hinaus wurde sie unter Koordination des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) als Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) finalisiert (4, 5).

Methodik

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Die Konsensgruppe der S3-Leitlinie bestand aus Vertretern von 29 Fachgesellschaften und Berufsverbänden sowie Selbsthilfegruppen und Angehörigenverbänden (eKasten 1 gif und 2 gif ). Für die Entwicklung der Nationalen VersorgungsLeitlinie und zur Koordination der Konsensuskonferenzen bildete sich eine Steuergruppe. Diese beriet die vom Koordinationsteam erarbeiteten Hintergrundtexte und Empfehlungen vor und erarbeitete hieraus Beschlussvorschläge (5, 6).

Auf insgesamt 14 moderierten Expertentreffen wurden 107 sogenannte Statements und Empfehlungen konsentiert. Die Empfehlungen basieren einerseits auf der synoptischen Integration internationaler und nationaler Leitlinien (eKasten 3 gif ), wobei als zentrale Quellleitlinie die britische NICE-Guideline („Depression: Management of depression in primary and secondary care“) fungierte. Andererseits wurden, wenn Empfehlungen aus den Leitlinien keine hinreichende Antwort auf die Schlüsselfragen gaben beziehungsweise nicht auf das deutsche Versorgungssystem passten, systematische Literaturrecherchen, insbesondere nach Metaanalysen, systematischen Übersichtsarbeiten und randomisiert-kontrollierten Studien vorgenommen.

Die Empfehlungen verabschiedeten die beteiligten Experten im Konsens (Grafik 1 gif ).

Diagnostik

Der Anwendungsbereich der Leitlinie bezieht sich auf die Störungsbereiche depressive Episoden, rezidivierende depressive Störungen, Dysthymie und rezidivierende kurze depressive Störung ab einem Behandlungsalter von 18 Jahren.

Diagnostisch orientiert sich diese Leitlinie an der „International Classification of Diseases“ (ICD-10) (Grafik 2 gif ). Ein Screening auf eine mögliche depressive Störung kann mit folgenden Fragen geschehen (7):

  • Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos?
  • Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

Die Diagnose einer behandlungsrelevanten depressiven Störung sollte, wenn in einem Screening erhöhte Depressionswerte festgestellt werden, durch die anschließende direkte und vollständige Erfassung der Haupt- und Zusatzsymptome (= Schweregrad) sowie Fragen zu Verlauf und Dauer gestellt werden (Evidenzgrad, EG B; Evidenzstärke, ES IIb) (Kasten 1 gif ).

Weil depressive Patienten selten spontan über typische depressive Kernsymptome berichten und eher unspezifische Beschwerden wie Schlafstörungen mit morgendlichem Früherwachen, Appetitminderung, allgemeine Kraftlosigkeit, anhaltende Schmerzen und/oder körperliche Beschwerden angeben, soll das Vorliegen einer depressiven Störung beziehungsweise das Vorhandensein weiterer Symptome einer depressiven Störung aktiv exploriert werden (EG 0, ES III).

Bei depressiven Störungen sollte man körperliche Erkrankungen, eingenommene Medikamente und Noxen, die mit Depression als Symptom einhergehen können, sowie somatische Komorbiditäten sorgfältig prüfen. Bei Patienten, die fortan ausschließlich in psychotherapeutischer Behandlung sind, soll der körperliche Status in jedem Fall zuverlässig abgeklärt werden (EG 0, ES III).

Bei jedem Patienten mit einer depressiven Störung sollte der Untersucher Suizidalität regelmäßig bei jedem Patientenkontakt klinisch einschätzen und gegebenenfalls explorieren (EG Klinischer Konsens, KKP; ES IV).

Über die gesetzlich vorgeschriebene Aufklärungspflicht hinaus sollte mit den Patienten im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung über mögliche Behandlungsstrategien und die damit verbundenen unerwünschten Wirkungen und möglichen Risiken (Vor- und Nachteile der spezifischen Behandlungsoptionen) gesprochen und entschieden werden (EG B, ES Ib) (8).

Beginn einer Therapie

Grundlage für die Mitarbeit des Patienten sind gerade zu Beginn einer Therapie die Schaffung einer stabilen Therapeut-Patient-Beziehung, gezielte und verständliche Informationen und regelmäßige Aufklärungsgespräche. Depressive Patienten sollen über Symptomatik, Verlauf und Behandlung der Depression aufgeklärt werden. Wenn es angebracht ist und die Patienten einverstanden sind, gilt dies auch für deren Angehörige (EG A, ES IV).

Psychoedukative Angebote für Betroffene und Angehörige sollten zur Verbesserung des Informationsstands, der Akzeptanz und der Patientenmitarbeit im Rahmen einer Gesamtbehandlungsstrategie als sinnvolle Ergänzung angeboten werden (EG B, ES Ib–IIa).

Patienten und Angehörige sollen über Selbsthilfe- und Angehörigengruppen informiert und, wenn angebracht, zur Teilnahme ermuntert werden (EG A, ES IV).

Zu Beginn der Antidepressiva-Therapie ist eine Aufklärung des Patienten über mögliche Nebenwirkungen, die mögliche Wirklatenz und die Behandlungsdauer wichtig (EG KKP, ES IV).

Wichtige Inhalte des Aufklärungsgesprächs sind (8):

  • Bedenken gegenüber Antidepressiva (zum Beispiel Sucht- und Toleranzentwicklung, Persönlichkeitsveränderungen) erkennen und ausräumen
  • biologische Wirkmechanismen erklären
  • auf Wirklatenz hinweisen
  • Nebenwirkungen erläutern
  • Behandlungsdauer begründen (Statement, ES IV).

Dabei kann es vorteilhaft sein, Angehörige und/oder Selbsthilfegruppen einzubeziehen.

Eine intensive Aufklärung und engmaschige Betreuung (wöchentlich) in den ersten vier Wochen ist zu empfehlen, um die Mitarbeit des Patienten zu fördern (EG KKP, ES IV).

Akuttherapie leichter und mittelgradiger depressiver Episoden

Bei einer leichten depressiven Episode zeigen sich zwischen Antidepressiva und Placebo bezüglich der Wirksamkeit statistisch keine Unterschiede (9). Bei mittelgradigen bis schweren depressiven Episoden ist der Wirkunterschied zwischen Antidepressiva und Placebo deutlich größer (10).

Die meisten Belege für die Wirksamkeit einer psychotherapeutischen Monotherapie liegen für leichte und mittelgradige Depressionen vor; am besten abgesichert sind hierbei die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die interpersonelle Psychotherapie (IPT) sowie die psychodynamische Kurzzeittherapie (STPP) (1113).

Bei einer leichten depressiven Episode kann, wenn anzunehmen ist, dass die Symptomatik auch ohne aktive Behandlung abklingt, im Sinne einer aktiv-abwartenden Begleitung zunächst von einer depressionsspezifischen Behandlung abgesehen werden (Grafik 3 gif ). Hält die Symptomatik nach einer Kontrolle nach spätestens 14 Tagen noch an oder hat sie sich verschlechtert, soll mit dem Patienten über die Einleitung einer spezifischen Therapie entschieden werden (EG 0, ES IIb).

Antidepressiva sollten nicht generell zur Erstbehandlung bei leichten depressiven Episoden eingesetzt werden, sondern allenfalls unter besonders kritischer Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses (EG B, ES Ia).

Für einen Einsatz von Antidepressiva bei einer leichten depressiven Episode können sprechen:

  • Wunsch/Präferenz des Patienten
  • positive Erfahrung des Patienten mit gutem Ansprechen auf eine medikamentöse Therapie in der Vergangenheit
  • Fortbestehen von Symptomen nach anderen Interventionen
  • Episoden mittelgradiger oder schwerer Depression in der Vorgeschichte des Patienten.

Zur Behandlung akuter leichter bis mittelschwerer depressiver Episoden soll eine Psychotherapie (EG A, ES Ia) angeboten werden.

Zur Behandlung einer akuten mittelgradigen depressiven Episode soll eine medikamentöse Therapie mit einem Antidepressivum angeboten werden (EG A, ES Ia).

Wenn man bei leichten oder mittelgradigen depressiven Episoden eine Pharmakotherapie erwägt, kann bei Beachtung der spezifischen Nebenwirkungen und Interaktionen ein erster Therapieversuch auch mit Johanniskraut unternommen werden (EG 0, ES Ia).

Bei jedem Patienten sollte die antidepressive Medikation mit der niedrigen, als „Anfangsdosis“ bezeichneten Tagesdosis begonnen werden.

Für ältere Patienten ist es sinnvoll, bei Trizyklika diese Anfangsdosis zu halbieren und gegebenenfalls langsam aufzudosieren (Statement, ES IIb–IV).

Akuttherapie schwerer depressiver Episoden

Für schwere depressive Episoden ist die placebo-kontrollierte Wirksamkeit von Antidepressiva und einer alleinigen KVT oder IPT belegt (10, 14). Die Kombinationstherapie aus Pharmako- und Psychotherapie ist überlegen, zumal bei einer alleinigen Psychotherapie auch von einer erhöhten Wirklatenz auszugehen ist. Bei akuten schweren depressiven Episoden soll eine Kombinationsbehandlung von medikamentöser und Psychotherapie angeboten werden (EG A, ES Ib) (15).

Wenn ein alleiniges Behandlungsverfahren in Betracht gezogen wird, soll bei ambulant behandelbaren Patienten mit akuten mittelschweren bis schweren depressiven Episoden eine alleinige Psychotherapie gleichwertig zu einer alleinigen medikamentösen Therapie angeboten werden (EG A, ES Ib).

Therapie chronischer depressiver Störungen

Bei einer Dysthymie (über zwei Jahre anhaltende subsyndromale depressive Störung) und „Double-Depression“ (Episode einer depressiven Störung, die sich auf eine bestehende Dysthymie aufsetzt) soll die Indikation für eine pharmakologische Behandlung geprüft werden (EG A, ES Ia) (16). Bei einer chronischen (mehr als zwei Jahre persistierenden) depressiven Episode sollte eine pharmakologische Behandlung erwogen werden (EG B, ES Ib). Bei Dysthymie, Double-Depression und chronischer Depression soll der Patient darüber informiert werden, dass eine Kombinationstherapie mit Psychotherapie und Antidepressiva gegenüber einer Monotherapie wirksamer ist (EG A, ES Ib).

Wirkungsprüfung, Nichtansprechen auf die Therapie und therapieresistente depressive Störungen

Das Ansprechen auf eine medikamentöse oder psychotherapeutische Akutbehandlung muss im Rahmen einer Verlaufs- und Prozessdiagnostik regelmäßig – in den ersten vier Wochen wöchentlich – geprüft werden. Nach spätestens drei bis vier Wochen sollte eine symptombezogene Wirkungsprüfung erfolgen (EG A, ES IV).

Stellt sich in der Akutbehandlung drei bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn keine positive Entwicklung im Sinne der Zielvorgaben ein, sollte ein bislang nicht wirksames Vorgehen nicht unverändert fortgesetzt werden (EG 0, ES Ib). Bei Nichtansprechen auf eine Pharmakotherapie kommen prinzipiell fünf Strategien in Betracht:

  • Bestimmung der Serumkonzentration mit anschließender Dosisadaptation („therapeutisches Drug-Monitoring“)
  • Dosiserhöhung
  • Augmentation mit einem anderen Pharmakon
  • Wechsel des Antidepressivums und/oder
  • Kombination mit einem anderen Pharmakon (Grafik 4 gif ).

Bei zahlreichen Antidepressiva (zum Beispiel trizyklische Antidepressiva [TZA], Venlafaxin, Tranylcypromin) kann eine sinnvolle Maßnahme bei Non-Response im Aufdosieren der Substanz im Einklang mit den Anwendungsempfehlungen des Herstellers bestehen. Dies gilt nicht für selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) (EG 0, ES III).

Ein Versuch zur Wirkungsverstärkung (Augmentation) mit Lithium sollte der erfahrene Arzt bei Patienten erwägen, deren Depression auf Antidepressiva nicht angesprochen hat (EG B, ES Ia) (17). Patienten, die gut auf ein Antidepressivum mit Lithium-Augmentation ansprachen, sollten unter diesem Regime für mindestens sechs Monate bleiben (EG B, ES Ia–Ib). Wenn bei einem Patienten zwei bis vier Wochen nach Erreichen wirksamer Lithiumspiegel keine Wirkung festzustellen ist, sollte man Lithium wieder absetzen (EG KKP, ES IIb).

Der Wechsel des Antidepressivums ist bei Nicht-Ansprechen nicht die Behandlungsalternative erster Wahl. Jeder Wechsel sollte daher sorgfältig geprüft werden (EG B, ES Ib).

Bei einem Patienten, der auf eine Antidepressivum-Monotherapie nicht respondiert hat, kann als einzige Kombination die Gabe von Mianserin (unter Berücksichtigung des Agranulozytose-Risikos) oder Mirtazapin einerseits mit einem SSRI oder einem TZA andererseits empfohlen werden.

Bei therapieresistenter Depression (unter einer adäquat applizierten Pharmakotherapie mit wenigstens zwei nacheinander in hinreichender Dosis und über einen ausreichend langen Zeitraum gegebenen Antidepressiva) sollte man den Patienten eine angemessene Psychotherapie anbieten (EG B, ES Ia).

Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe

Antidepressiva sollen mindestens vier bis neun Monate über die Remission einer depressiven Episode hinaus eingenommen werden, weil sich hierdurch das Risiko eines Rückfalls erheblich vermindern lässt. In dieser Erhaltungsphase soll die gleiche Dosierung wie in der Akutphase fortgeführt werden (EG A, ES Ia) (18).

Patienten mit zwei oder mehr depressiven Episoden mit bedeutsamen funktionellen Einschränkungen in der jüngeren Vergangenheit sollten dazu angehalten werden, das Antidepressivum mindestens zwei Jahre lang zur Langzeitprophylaxe einzunehmen (EG B, ES Ib). Zur Vorbeugung eines Rezidivs sollte die gleiche Dosierung des Antidepressivums verabreicht werden, die bei der Akuttherapie wirksam war (EG B, ES Ib). Bei suizidgefährdeten Patienten soll in der Rezidivprophylaxe zur Reduzierung suizidaler Handlungen (Suizidversuche und Suizide) eine Medikation mit Lithium in Betracht gezogen werden (EG A, ES Ia) (19).

Zur Stabilisierung des Therapieerfolgs sowie zur Senkung des Rückfallrisikos soll im Anschluss an eine Akutbehandlung eine angemessene psychotherapeutische Nachbehandlung (Erhaltungstherapie) angeboten werden (EG A, ES Ia) (20). Längerfristige stabilisierende Psychotherapie (Rezidivprophylaxe) soll Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein Rezidiv angeboten werden (EG A, ES Ia).

Red Flags

Die Leitlinie fokussiert auch auf Situationen, bei denen entweder ein bislang eingesetztes Verfahren oder eine Maßnahme nicht mehr fortgesetzt werden sollen oder besonders kritisch sein können:

  • nach drei bis vier Wochen erfolgloser (leitliniengerechter) Pharmakotherapie Überprüfung des therapeutischen Vorgehens (bei älteren Patienten nach sechs Wochen)
  • nach sechs Wochen erfolgloser hausärztlicher Behandlung Überweisung in fachspezifische Behandlung
  • nach drei Monaten erfolgloser Psychotherapie Überweisung zum Facharzt
  • Nachuntersuchung von Patienten, die suizidal stationär behandelt wurden, nach maximal einer Woche (direkter Kontakt, wenn Termin nicht wahrgenommen wird!).

Pharmakotherapie bei besonderen Patientengruppen

Bei älteren Patienten sollte man eine Behandlung mit TZA in einer erniedrigten Anfangsdosis beginnen (Statement, ES IIb–III). Im Vergleich zu jüngeren Patienten ist das Nebenwirkungsprofil beziehungsweise die Verträglichkeit von Antidepressiva stärker zu beachten.

Bei Patienten mit Depression und hirnorganischen Erkrankungen sollten Wirkstoffe mit sedierender und/oder anticholinerger Komponente vermieden werden (EG 0, ES Ib) (21). Bei Patienten mit psychotischer Depression sollte die Kombination des Antidepressivums mit Antipsychotika erwogen werden, wobei die optimale Dosierung und Anwendungsdauer dieser Medikamente unbekannt sind (EG B, ES III).

Bei koronarer Herzerkrankung und komorbider mittelgradiger bis schwerer depressiver Störung soll eine Pharmakotherapie vorzugsweise mit Sertralin oder Citalopram angeboten werden (EG A, ES Ia). Patienten mit einer Depression nach Schlaganfall sollte unter Beachtung der Gefahren anticholinerger Begleitwirkungen eine Pharmakotherapie angeboten werden (empirische Hinweise liegen vor für Fluoxetin, Citalopram und Nortriptylin) (EG B, ES Ib).

Bei einer Komorbidität von mittelgradiger bis schwerer depressiver Störung und Tumorerkrankung kann eine Pharmakotherapie mit einem Antidepressivum, insbesondere einem SSRI, angeboten werden (EG 0, ES Ib).

Bei Pharmakotherapie einer Depression bei Diabetes mellitus sollten substanzspezifische Effekte auf den Diabetes beachtet werden, zum Beispiel der reduzierte Insulinbedarf bei SSRI sowie eine Gewichtszunahme unter Mirtazapin, Mianserin und sedierenden trizyklischen Antidepressiva (EG B, ES Ib–IIb).

Weitere somatische Behandlungsverfahren

Die Elektrokonvulsionstherapie soll bei schweren, therapieresistenten depressiven Episoden als Behandlungsalternative in Betracht gezogen werden (EG A, ES Ia). Eine Elektrokonvulsionstherapie kann auch zur Erhaltungstherapie eingesetzt werden bei Patienten, die

  • während einer Krankheitsepisode auf die Elektrokonvulsionstherapie angesprochen haben
  • nicht angesprochen haben auf eine andere leitliniengerechte antidepressive Therapie
  • psychotische Merkmale aufweisen oder
  • eine entsprechende Präferenz haben (EG 0, ES IIa).

Wachtherapie sollte in der Behandlung depressiver Episoden erwogen werden, wenn eine rasche, allerdings nur kurz anhaltende „Response“ therapeutisch gewünscht wird oder eine andere leitliniengerechte Behandlung ergänzt werden soll (EG B, ES Ib). Lichttherapie soll als Behandlungsform bei Patienten mit leicht- bis mittelgradigen Episoden rezidivierender depressiver Störungen, die einem saisonalen Muster folgen, erwogen werden (EG A, ES Ia). Körperliches Training kann aus klinischer Erfahrung heraus empfohlen werden, um das Wohlbefinden zu steigern und depressive Symptome lindern (EG KKP, ES Ib).

Schnittstellen in der Versorgung und Ausblick

In Kasten 2 (gif ) findet man zahlreiche Hinweise auf Schnittstellen in der Versorgung depressiver Patienten (keine Empfehlungen im engeren Sinn, zumal Studien zum Übergang zwischen den Behandlungsstufen fehlen beziehungsweise schwer umsetzbar sind [22, 23]). Aus den Empfehlungen dieser Leitlinie wurden darüber hinaus mögliche versorgungs- und praxisrelevante Qualitätsindikatoren zur Qualitätssicherung formuliert. Diese sowie der Nutzen einer Implementierung der Leitlinie sollten in innovativen Versorgungsmodellen oder Modellprojekten unter ambulanten und stationären Praxisbedingungen wissenschaftlich evaluiert werden.

Leitlinien unterliegen einer dynamischen Entwicklung und bedürfen der fortlaufenden Aktualisierung. Die Steuergruppe der Leitlinie hat verschiedene Themenbereiche gesammelt, die für die Neuauflage 2013 prioritär bearbeitet werden („Gender und geschlechtsspezifische Aspekte“, „Schwangerschaft und Stillzeit“, „Patienten mit Migrationshintergrund“ sowie „unipolare Depressionen bei Kindern und Jugendlichen“). Bezüglich der psychotherapeutischen Verfahren ist die Evidenzprüfung der systemischen Therapie geplant.

Danksagung
Die Autorinnen und Autoren dieses Beitrags bedanken sich bei folgenden Personen für ihren außerordentlichen Einsatz, die Geduld, die Mitorganisation der Expertentreffen, die Moderation und die Diskussionsbeiträge, die allesamt zum Gelingen und Abschluss dieser Leitlinie insgesamt entscheidend beigetragen haben:

Prof. Dr. med. Ina Kopp (AWMF), Moderation der Konsenstreffen zur S3-Leitlinie „Unipolare Depression“

Dr. med. Susanne Weinbrenner, Dr. med. Berit Meyerrose (beide ÄZQ, Berlin) und Dr. med. Monika Lelgemann (ÄZQ Berlin und Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. [MDS]), methodische Unterstützung des Koordinations- und Redaktionsteams der S3-/NVL „Unipolare Depression“

Prof. Dr. Dr. med. Günter Ollenschläger (ÄZQ), verantwortlich für das Leitlinienprogramm der Bundes­ärzte­kammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Moderation der NVL-Steuergruppe „Unipolare Depression“.
Außerdem bedanken sich die Autoren bei den weiteren Mitgliedern der Steuergruppe für die Einbringung ihrer Expertise und ihre Bereitschaft zur Diskussion (in alphabetischer Reihenfolge):

Angela Bleckmann (BApK)
PD Dr. med. Tom Bschor (AkdÄ)
Prof. Dr. med. Dipl.-Päd. Jochen Gensichen MPH (DEGAM)
Dipl.-Psych. Timo Harfst (BPtK)
Prof. Dr. phil. Martin Hautzinger (DGPs)
Carsten Kolada (BApK)
Prof. Dr. sc. hum. Christine Kühner (DGPs)
Dipl.-Psych. Jürgen Matzat (DAG SHG)
Prof. Dr. med. Christoph Mundt (DGPPN)
Prof. Dr. med. Wilhelm Niebling (DEGAM)
Prof. Dr. phil. Rainer Richter (BPtK; als Gast)
Prof. Dr. med. Henning Schauenburg (DGPM)
PD Dr. phil. Holger Schulz (DGRW)

Interessenkonflikt
Martin Härter hat 2008 Vortragshonorare der Firmen Lilly und Boehringer-Ingelheim erhalten.

Isaac Bermejo hat bis 2008 Vortragshonorare der Firma Böhringer-Ingelheim und Wyeth-Pharma erhalten.

Frank Schneider hat ausschließlich bis 2008 Vergütungen für Vorträge und Mitwirkung in External Advisory Boards erhalten von AstraZeneca, Janssen-Cilag, Otsouka und Wyeth. Er erhielt Unterstützung für Forschungsvorhaben von AstraZeneca und Lilly.

Die anderen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 7. 2010, revidierte Fassung angenommen: 26. 7. 2010

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Dr. phil. Martin Härter, Dipl.-Psych.
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Martinistraße 52 (W 26), 20246 Hamburg
E-Mail: m.haerter@uke.de

Summary

Clinical Practice Guideline: Unipolar Depression—Diagnostic and Therapeutic Recommendations From the Current S3/National Health Policy Guideline

Background: Depressive disorders are among the most common illnesses and reasons for obtaining health care. Their diagnosis and treatment are still in need of improvement. In Germany, a new S3/National Clinical Practice Guideline has been developed for this purpose.

Methods: The existing guidelines on unipolar depression from Germany and other countries were synoptically compared and supplemented with systematic literature searches. After 14 consensus conferences, a total of 107 evidence-based recommendations were issued.

Results: Unipolar depression should be diagnosed in accordance with ICD-10 criteria. Screening questionnaires are useful aids to diagnostic classification. When a treatment is chosen, shared decision-making with the patient is essential. Mild depressive episodes can be treated initially by watchful waiting for 14 days. For moderate depressive episodes, pharmacotherapy and psychotherapy are equally effective treatment options. For severe depression, a combination of pharmacotherapy and psychotherapy is recommended. If 4 to 6 weeks of acute therapy are insufficiently effective, lithium augmentation is recommended, rather than combination antidepressant therapy or a switch to another antidepressant. After remission, maintenance therapy should be continued for 4 to 9 months. In recurrent depression, pharmacotherapy and/or psychotherapy, where appropriate, should be continued for at least two years. Specific recommendations are given for patients who have somatic or mental comorbidities or are acutely suicidal, and recommendations are also given for coordination of care.

Conclusion: This guideline is a comprehensive set of evidence- and consensus-based recommendations for the diagnosis and treatment of unipolar depression. An improvement in the care of patients with unipolar depression will require broad implementation of the guideline, both in the inpatient and outpatient setting.

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2010; 107(40): 700–8

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0700

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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