ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2010Randnotiz: Der Arzt als „Busenfreund“

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Randnotiz: Der Arzt als „Busenfreund“

Dtsch Arztebl 2010; 107(45): A-2203 / B-1911 / C-1879

Rieser, Sabine

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Dass Ärztinnen Kinder und Kranke unter einen Hut bringen wollen, ist weithin akzeptiert. Netterweise werden sie deshalb nicht immerzu als „Karriereärztinnen“ bezeichnet. Diese Koppelung findet man sonst gern. „Karrierefrauen“ wollten Kinder und Karriere, heißt es dann. Karriere! Als ob nicht der Großteil der Frauen wie Männer für den Lebensunterhalt und nicht etwa für eine besondere Position arbeiten würde.

Dafür hat sich mittlerweile für das Phänomen, dass es immer mehr Frauen unter Medizinstudierenden und -absolventen gibt, der Begriff „Feminisierung“ eingebürgert. Etwas Besseres und Kurzes zugleich ist noch keinem eingefallen. „Feminisierung“ klingt allerdings, als ob man die Bezeichnung eines Verwaltungsvorgangs mit dem Produktnamen einer Slipeinlage verquirlt hätte.

„Karrierefrauen“ und „Feminisierung“ sind allerdings nichts gegen den „Busenfreund“. Gerade wurde dieser Preis wieder verliehen. Stifterin ist die Brustkrebs-Selbsthilfeorganisation „mamazone e.V.“, die als „Busenfreund“ einen besonders engagierten Forscher auf diesem Gebiet gewürdigt hat.

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Nichts gegen eine Ehrung von Ärztinnen und Ärzten, die Brustkrebspatientinnen als gute Forscher und hilfreiche Therapeuten schätzen. Doch „Busenfreund“ klingt für einen Arzt schlüpfrig, und selbst die beste Ärztin ist keine „Busenfreundin“: Diese Bezeichnung ist meist einer einzigen, langjährigen, sehr engen Gefährtin vorbehalten und wird entsprechend sparsam benutzt.

Mamazone mag offenbar Wortspiele, kann es aber auch besser: Eine regelmäßige, große Veranstaltung, bei der Wissen über Brustkrebs verständlich vermittelt wird, heißt „Projekt Diplompatientin“.

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