ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2010Ausstellung in Köln: Auf Leben und Tod

KULTUR

Ausstellung in Köln: Auf Leben und Tod

Dtsch Arztebl 2010; 107(45): A-2248 / B-1942 / C-1910

Klinkhammer, Gisela

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Foto: Wallraf-Richartz-Museen + Foundation Corboud
Foto: Wallraf-Richartz-Museen + Foundation Corboud
Foto: Teutloff Photo – Video Collection
Foto: Teutloff Photo – Video Collection

40 klassische Gemälde aus dem Museumsbestand des Wallraf-Richartz-Museums werden 70 Fotografien aus dem Besitz des Bielefelder Sammlers Lutz Teutloff gegenübergestellt.

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Die modernen Abteilungen haben ihre kunsthistorische Basis in vielen Städten verloren beziehungsweise die alten Abteilungen den Anschluss an die Gegenwart. Der Direktor des Wallraf-Richartz-Museums, Dr. Andreas Blühm, bedauert diese Entwicklung und stellt gleichzeitig fest, „dass es für uns nicht nur eine Spielerei ist, wenn wir immer mal wieder das vertraute Feld der Tafelmalerei und der Kupferstiche verlassen und den Brückenschlag in Moderne und Gegenwart wagen“. Geglückt ist dem Kölner Museum das jetzt mit der ungewöhnlichen Ausstellung „Auf Leben und Tod – Der Mensch in Malerei und Fotografie“, in der 40 klassische Gemälde aus dem Museumsbestand mit 70 Fotografien aus dem Besitz des Bielefelder Sammlers Lutz Teutloff gegenübergestellt werden. „Dabei zeigen wir, wie stark zeitgenössische Fotografien und Fotokünstler von den kunsthistorischen Vorbildern geprägt sind,“ sagte Kurator Roland Krischel.

Leutloff sammelt Fotos und Videos, die den Menschen und seine körperliche Befindlichkeit zum Thema haben. Die Sammlung umfasst mehr als 1 000 Foto- und Videoarbeiten von etwa 75 Künstlern aus circa 30 Ländern. Die Sammlung umfasst den Zeitraum von 1968 bis heute. Die Ausstellungsbesucher werden in neun Stationen durch einen kompletten Lebenszyklus geführt, beginnend bei der Geburt bis hin zu Alter und Tod.

Gegenübergestellt wird beispielsweise das „Bildnis einer jüngeren Frau mit Nelke“ von Bartholomeus Bruyn d. Ä., das um 1538 entstanden ist, dem Foto „Bag“ von Hendrik Kersten aus dem Jahr 2007 (siehe Fotos oben). Bartholomäus Bruyn d. Ä. war der wichtigste Kölner Porträtist der Renaissance. Die wohl dem Patriziat der Stadt angehörende Dame weist ein Nelke als Zeichen für die Passion Christi vor. Die Fotografie zitiert bewusst altniederländische oder -deutsche Porträts. Die Pointe besteht im Austausch der Haube gegen eine weiße Plastikhaube.

Beim Thema Leid und Schmerz wird beispielsweise die flämische „Dornenkrone mit Blumenkranz“ aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit der Fotografie „Altered Image“ von 1981 kontrastiert. Das Gemälde entstand wahrscheinlich in Zusammenarbeit von zwei Spezialisten, einem Blumen- und einem Figurenmaler. „So wie sich das Leiden Christi in einen Triumph über den Tod verwandelt, so verwandelt sich die gemalte Dornenkrone in einen ,echten‘ Blumenkranz“, schreibt Krischel über das Bild. In der Fotografie von Christopher Makos erscheint Andy Warhol als Frau, die sich wiederum als Mann kleidet. Das Foto wirkt wie eine Darstellung einer Dornenkrönung des Künstlers. Die Gemälde, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind teilweise seit mehr als hundert Jahren nicht mehr öffentlich gezeigt worden.

Gisela Klinkhammer

Informationen

Die Ausstellung „Auf Leben und Tod – Der Mensch in Malerei und Fotografie“ ist im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corbourd (Obenmarspforten, 50667 Köln) bis zum 9. Januar 2011 zu sehen. Informationen: www.wallraf.museum Öffnungszeiten: dienstags bis freitags: 10 bis 18 Uhr, donnerstags: 10 bis 22 Uhr, samstags und sonntags: 11 bis 18 Uhr, montags: geschlossen

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