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. . . Während der Tätigkeit in meiner allgemeinmedizinischen Praxis hatte ich viel Kontakt mit Schwerkranken, alten lebensmüden Patienten und Sterbenden in häuslicher Umgebung und in Pflegeheimen.

Es gibt Situationen, in denen wir Ärzte dem Sterbenden die Qualen nicht nehmen können, zum Beispiel bei Luftnot bis hin zum Ersticken bei inoperablem Herzklappenfehler oder beim Lungenkarzinom. Gegen manche Qualen lässt sich Palliativmedizin nicht anwenden. Mitansehen müssen, wie Schwerkranke mit unendlicher Schwäche und Kraftlosigkeit langsam dahinsiechen, ist grausam. Natürlich gibt es auch ein erträgliches Sterben . . .

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Aber das große Elend, das ich während meiner Berufstätigkeit, oft machtlos, ansehen musste, lastet heute noch auf meiner Seele . . .

Manchmal denke ich mit Grauen daran, was kommen könnte .und wünsche mir, dass eine Kommission Sterbenden beiseitestehen könnte und ihnen die Möglichkeit geben könnte, selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden.

Das Haupthindernis scheint zu sein, dass kein Arzt, ich selbst auch nicht, bereit wäre, ein erlösendes Medikament zu verabreichen, sofern der Patient es nicht selbst nehmen kann. Wir Ärzte würden uns in diesem Moment wie ein Henker fühlen.

Weiterhin zuzuschauen, wie sich Menschen quälen, ist aber unmenschlich und brutal . . .

Gisela Rojek, 03044 Cottbus

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