ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2010Umfrage: Sicherungen einbauen
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Die Diskussion leistet zunächst einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Enttabuisierung des Themas „Sterben“ überhaupt. Ob es künftig ausreichend sein kann, eine ärztliche „Suizidbeihilfe“ (der Begriff suggeriert bereits eine strafrechtliche Einordnung beziehungsweise Verwerflichkeit) unter Hinweis auf den Berufsethos abzulehnen, ist fraglich. Der Berufsstand der Ärzte muss sich den Anforderungen einer gewandelten Gesellschaft stellen, die zweifellos in ihren Erscheinungsformen und Werten nicht nur positive Aspekte offenbart. Bundesärztekammerpräsident Prof. Hoppe benennt zu Recht die Glorifizierung von Macht und Materialismus. Hieraus scheint zurzeit das Hauptargument der Gegner des ärztlich begleiteten Suizids abgeleitet zu werden: Die Sorge, dass der Selbsttötungswunsch mit Rücksicht auf die eigene Familie oder die Gesellschaft geäußert wird. Dieses Bedenken ist unbedingt ernst zu nehmen. Man wird aber darüber nachdenken dürfen und müssen, ob nicht der Einbau von „Sicherungen“ möglich ist, um dieses Risiko weitgehend auszuschließen, z. B. notarielle und psychotherapeutische Vorgespräche mit entsprechender Dokumentation der Glaubwürdigkeit des Patientenwunsches . . .

Dipl.-Psych. Jutta Witthinrich,
Dr. phil. des. Kai Witthinrich,
31848 Bad Münder

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