ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2010Umfrage: Depression wird leicht übersehen
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Die Aussagen von Prof. Hoppe unterstütze ich ausdrücklich. Nach den neuen Umfrageergebnissen bei Ärzten befürwortet nur ein Drittel der Ärzte eine Regelung zur Legalisierung des ärztlich unterstützten Suizids. Eine erweiterte Palliativmedizin und mehr über die Aufgaben des Arztes rund um den Sterbeprozess in Aus-, Weiter und Fortbildung wird meines Erachtens zu Recht angemahnt.

Als Psychiaterin möchte ich ergänzen, dass depressive Störungen bei körperlich Schwerkranken . . . das Erscheinungsbild und die Todeswünsche bei körperlich Schwerkranken oft wesentlich mitbestimmen. Als Konsiliarärztin ist mir bei primär körperlich kranken Patienten mit Suizidwünschen deutlich geworden, wie leicht die depressive Verstimmung übersehen wird. Der Todeswunsch und die Suizidalität verblassen mit dem Abklingen der Depression. Diese Patienten waren besonnen und ihr Suizidwunsch einfühlbar. Erst im Gespräch wurden die zusätzlichen kränkenden Belastungen, Enttäuschungen und Vereinsamungen deutlich, die zur Suizidalität wesentlich beigetragen hatten. In dieser Situation kann der Arzt aber evidenzbasiert Hoffnung vermitteln und manchmal eine Einweisung in die Psychiatrie vermeiden.

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Bei der Gestaltung des Curriculums zum Umgang mit Sterbenden, ihren Suizidwünschen und der Palliativmedizin sollten daher Erkennen und Behandeln depressiver Störungen – nicht nur medikamentös – miteinbezogen werden.

Dr. med. Maria Rave-Schwank, 76131 Karlsruhe

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