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Wir freuen uns über die Würdigung unserer Arbeit und das kritische Interesse am Thema. Nachfolgend gehen wir auf die Anmerkungen von Herrn PD Dr. med. Harald J. Schneider ein.

Zur Beurteilung des Risikos gesundheitsrelevanter Endpunkte ist die gleichzeitige Berücksichtigung von Körpermasse und Fettverteilung grundlegend. Dies konnten wir mit unseren Ergebnissen in Bezug auf das Typ-2-Diabetes-Risiko unterstreichen, indem wir zeigten, dass die Stärke der Assoziation des Taillenumfangs mit dem Typ-2-Diabetes-Risiko vom BMI abhängig ist. Das ist besonders für Personen mit Unter- und Normalgewicht relevant, welche mit einem erhöhten Taillenumfang eine bisher unberücksichtigte Risikogruppe darstellen.

Die alleinige Messung des Taillenumfanges berücksichtigt nicht die Körpergröße. Wie von Herrn PD Schneider beschrieben, wäre der Taille-Körpergröße-Quotient („waist to height ratio“, [WHtR]) diesbezüglich ein sehr einfaches Maß. Aus unseren Untersuchungen geht allerdings hervor, dass nach Berücksichtigung von BMI und Körpergröße das Risiko mit zunehmendem Taillenumfang kontinuierlich steigt (1). Das macht eine Bestimmung fester Grenzwerte für die Risikoeinschätzung problematisch, sowohl für den Taillenumfang als auch für den WHtR. Uns ist jedoch bewusst, dass in der medizinischen Praxis eine Orientierung an einfachen Grenzwerten zur Identifizierung von Personen mit erhöhtem Risiko sehr hilfreich ist. Bei einer kritischen Betrachtung der gegenwärtigen Leitlinien wird diesbezüglich die Notwendigkeit einer Überarbeitung deutlich. Die Berechnung separater Grenzwerte für den taillenabhängigen Parameter innerhalb verschiedener BMI-Kategorien erscheint dabei sehr sinnvoll. Wie diese Grenzen aussehen könnten und welches Maß sich für die abdominelle Fettmasse am besten eignet, soll unsere Arbeit an dieser Stelle nicht beantworten. Die Bearbeitung dieser Fragen muss Gegenstand zukünftiger Studien sein.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0826b

Dipl.-Ernähr. Silke Feller

Prof. Dr. oec. troph. Heiner Boeing

PD Dr. med. Tobias Pischon, MPH

Abteilung Epidemiologie

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Arthur-Scheunert-Allee 114–116

14558 Nuthetal

E-Mail: pischon@dife.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des
International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Pischon, T, et al.: General and abdominal adiposity and risk of death in Europe. N Engl J Med, 2008; 359(20): 2105–20. MEDLINE
2.
Feller S, Boeing H, Pischon T: Body mass index, waist circumference, and the risk of type 2 diabetes mellitus—Implications for routine clinical practice. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(26): 470–6. VOLLTEXT
1. Pischon, T, et al.: General and abdominal adiposity and risk of death in Europe. N Engl J Med, 2008; 359(20): 2105–20. MEDLINE
2.Feller S, Boeing H, Pischon T: Body mass index, waist circumference, and the risk of type 2 diabetes mellitus—Implications for routine clinical practice. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(26): 470–6. VOLLTEXT

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