ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2010Notfallmedizin: Intranasale Hypothermietherapie

TECHNIK

Notfallmedizin: Intranasale Hypothermietherapie

Dtsch Arztebl 2010; 107(46): A-2303 / B-1991 / C-1955

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Einfache Handhabung: die Nasenkatheter. Foto: Benechill International
Einfache Handhabung: die Nasenkatheter. Foto: Benechill International

Das Medizin­technik­unter­nehmen Benechill International SA (www.benechill.com) hat ein nichtinvasives, intranasales Hypo­thermie­gerät vorgestellt, mit dem die Einleitung der thera­peutischen Hypo­thermie bereits während des Herz-Kreislauf-Stillstands möglich ist. Das International Liasion Committee on Resuscitation empfiehlt, mit der therapeutischen Hypothermie bei durch Herzstillstand komatösen Patienten so früh wie möglich zu beginnen. Dabei wird eine Absenkung der Körperkerntemperatur auf etwa 33 bis 34 Grad Celsius angestrebt. Die Lösung „RhinoChill“ nutzt die anatomischen Eigenschaften des Nasenrachenraums als natürlicher Wärmetauscher. Über eine Nasensonde wird dabei ein speziell entwickeltes biochemisches Kühlmittel in den Nasenrachenraum eingebracht, das dort innerhalb weniger Sekunden rückstandsfrei „verdampft“. Dieses Verfahren funktioniert im Gegensatz zu gekühlten Infusionen oder Kältepackungen auch bei nur teilweise funktionierendem Kreislauf oder Kreislaufstillstand.

Durch die Anwendung der nichtsterilen Technik und wegen der kompakten Größe ist das Gerät überall einsetzbar – sowohl im Rettungsdienst als auch in der Klinik, zum Beispiel im Herzkatheterlabor. Zudem kann unmittelbar nach der Sicherung der Atemwege des Patienten mit der Hypothermiebehandlung begonnen werden, ohne dabei
andere Maßnahmen, wie etwa eine laufende Reanimation, zu behindern. Auch die Vorhaltung eines Kühlschranks, beispielsweise im Rettungswagen, entfällt. Das System ist CE-zertifiziert und wird seit November 2010 in Europa vertrieben. EB

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