ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1997Seehofer: Spekulation über Rücktritt

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Seehofer: Spekulation über Rücktritt

Clade, Harald

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LNSLNS B undesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) will offenbar nach der nächsten Bundestagswahl, sollte die Koalition bestätigt werden, nicht mehr das Amt des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters übernehmen. Anläßlich des Jahresempfangs der Bundes­ärzte­kammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am 25. September in Bonn kündigte er an: "Eines kann ich Ihnen versprechen, Sie werden im nächsten Jahr (bei dem nächsten Spätsommertreff der Ärzteschaft, die Red.) ein anderes Gesicht als Ge­sund­heits­mi­nis­ter sehen." Vor der Bundespressekonferenz am 27. September meinte Seehofer, seine Formulierung vom "anderen Gesicht" sei zwar "richtig" wiedergegeben, aber die Schlußfolgerung sei falsch. Er bleibe (vorerst noch) Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter.
Falls Seehofer sein Ministeramt nach der Bundestagswahl 1998 (oder schon früher?) zur Verfügung stellen würde, wäre er nach Bundesfinanzminister Dr. jur. Theo Waigel der zweite von der CSU gestellte Bundesminister, der vorzeitig angekündigt hat, daß er sein Amt nach der Bundestagswahl nicht mehr ausüben wolle oder zumindest mit einem anderen Gesicht antrete. Vielleicht bedeuten die Andeutungen Seehofers auch, daß er das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zu einem Superministerium fusionieren will, dem er dann vorstehen könnte.
Inzwischen wurden auch Spekulationen in Bonn laut, Seehofer strebe 1998 nach "höheren Weihen". Er könnte, falls die FDP wieder in den Bundestag zurückkehrt, Bundesfinanzminister werden. Auch eine andere Deutung wäre möglich: Gemeint sein könnte auch einfach ein neu gestylter Horst Seehofer mit Bart. Jedenfalls mochten weder die Pressesprecherin noch der Leiter des Ministerbüros die Andeutungen ihres Chefs bestätigen. Dr. Harald Clade
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