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Herr Professor Wenderlein weist nochmals auf die Bedeutung einer lokalen Hormontherapie bei der Behandlung der überaktiven Blase hin. Auch wir haben in unserem Artikel die Wirksamkeit einer lokalen Östrogenisierung mit Verweis auf eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit angeführt. Die lokale Östrogenapplikation hat deshalb ihren festen Stellenwert bei der Behandlung der Harninkontinenz.

Der Diskussionsbeitrag der Autoren Otto, Bagner und Klosterhalfen formuliert im Kern drei Aussagen.

  • Unsere Aussage, spannungsfreie Schlingen seien im Vergleich zu klassischen Verfahren äquieffektiv, sei aufgrund von Beobachtungszeiträumen von „zwei Jahren und weniger“ nicht zulässig.
  • Wir würden in unserem Artikel die Indikation zur Kolposuspension nur in der Rezidivsituation sehen.
  • Mit Verweis auf einen eigenen Artikel im Deutschen Ärzteblatt wird auf die Problematik der Verwendung alloplastischen Materials hingewiesen.
  • Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:
  • In unserem Artikel schreiben wir für die spannungsfreien Schlingen: „Die Erfolgsraten liegen zeitabhängig zwischen 73 und 95 Prozent und sind demnach mit denen der Kolposuspension vergleichbar, wie prospektive und randomisierte Studien belegen.“ Wir zitieren dabei unter anderem zwei Studien, welche über einen Nachuntersuchungszeitraum von immerhin fünf, beziehungsweise vier bis acht Jahren verfügen (1). Zudem sind weitere Studien mit noch längerem Follow-up (bis 11,5 Jahre) publiziert, welche die hohe Effektivität und Sicherheit etwa der TVT-Operation belegen (2, 3).
  • In unserem Artikel haben wir auf die sehr gute Datenlage der offenen Kolposupsension hingewiesen und nennen verschiedene Indikationen der Kolposuspension, wovon die Rezidivsituation nur eine unter anderen war. Weitere genannte Indikationen sind: Inkontinenz-Operation im Rahmen einer Laparotomie und im Rahmen einer abdominalen Deszensus-Operation. Selbstverständlich kann die Kolposuspension weiterhin auch primär zur operativen Therapie der Belastungsinkontinenz durchgeführt werden, wenn dies auch aufgrund des Erfolgs der spannungsfreien Schlingen seltener der Fall ist.
  • Hinsichtlich der Verwendung alloplastischen Materials sollte die Inkontinenztherapie von der Prolapschirurgie unterschieden werden. Bei der Prolapschirurgie können alloplastische Netze jetzt glücklicherweise in der Rezidivsituation erfolgreich angewendet werden. Die spannungsfreien Schlingen haben sich dagegen auch in der Primärsituation bewährt. Das TVT-Verfahren wird als größte Innovation der Behandlung der Belastungsharninkontinenz angesehen. Wir verweisen an dieser Stelle auf Briefe von Dimpfl und Thunn, Watermann und Götze , welche als Antworten auf den Artikel von Otto im Deutschen Ärzteblatt publiziert wurden.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0842

Prof. Dr. med. Klaus Friese

Prof. Dr. med. Christian Stief
Dr. med. Ricarda Bauer



Korrespondierender Autor:

PD Dr. med. Christian Dannecker

Klinikum der Universität München

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Großhadern

Marchioninistraße 15

81377 München

E-Mail: christian.dannecker@med.uni-muenchen.de


Interessenkonflikt

Frau Bauer erhielt Vortragshonorare von Astellas Pharma GmbH, Herr PD Dr. Danneker erhielt Honorare von der Firma Ethikon. Herr Prof. Stief und Herr Prof. Friese erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Ward KL, Hilton P: Tension-free vaginal tape versus colposuspension for primary urodynamic stress incontinence: 5-year follow up. Bjog 2008; 115: 226–33. MEDLINE
2.
Jelovsek JE, Barber MD, Karram MM, Walters MD, Paraiso MF: Randomised trial of laparoscopic burch colposuspension versus tension-free vaginal tape: long-term follow up. Bjog 2008; 115: 219–25; discussion 225. MEDLINE
3.
Olsson I, Abrahamsson AK, Kroon UB: Long-term efficacy of the tension-free vaginal tape procedure for the treatment of urinary incontinence: a retrospective follow-up 11.5 years post-operatively. Int Urogynecol J Pelvic Floor Dysfunct. 2010; 21(6): 679–83. MEDLINE
4.
Nilsson CG, Palva K, Rezapour M, Falconer C: Eleven years prospective follow-up of the tension-free vaginal tape procedure for treatment of stress urinary incontinence. Int Urogynecol J Pelvic Floor Dysfunct 2008;19(8): 1043–7. MEDLINE
5.
Dannecker Ch, Friese K, Stief Ch, Bauer R: Urinary incontinence in women—part 1 of a series of articles on incontinence. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(24): 420–6. VOLLTEXT
1. Ward KL, Hilton P: Tension-free vaginal tape versus colposuspension for primary urodynamic stress incontinence: 5-year follow up. Bjog 2008; 115: 226–33. MEDLINE
2. Jelovsek JE, Barber MD, Karram MM, Walters MD, Paraiso MF: Randomised trial of laparoscopic burch colposuspension versus tension-free vaginal tape: long-term follow up. Bjog 2008; 115: 219–25; discussion 225. MEDLINE
3. Olsson I, Abrahamsson AK, Kroon UB: Long-term efficacy of the tension-free vaginal tape procedure for the treatment of urinary incontinence: a retrospective follow-up 11.5 years post-operatively. Int Urogynecol J Pelvic Floor Dysfunct. 2010; 21(6): 679–83. MEDLINE
4. Nilsson CG, Palva K, Rezapour M, Falconer C: Eleven years prospective follow-up of the tension-free vaginal tape procedure for treatment of stress urinary incontinence. Int Urogynecol J Pelvic Floor Dysfunct 2008;19(8): 1043–7. MEDLINE
5.Dannecker Ch, Friese K, Stief Ch, Bauer R: Urinary incontinence in women—part 1 of a series of articles on incontinence. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(24): 420–6. VOLLTEXT

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