ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2010Private Kran­ken­ver­siche­rung: Deutlich steigende Leistungsausgaben

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Private Kran­ken­ver­siche­rung: Deutlich steigende Leistungsausgaben

Dtsch Arztebl 2010; 107(47): A-2310 / B-1998 / C-1962

dapd

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Der Kostendruck im Gesundheitswesen macht auch der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) zu schaffen. Die Leistungen für ihre Versicherten kosteten die Unternehmen im vergangenen Jahr 4,6 Prozent mehr als 2008 – insgesamt 20,45 Milliarden Euro, wie der PKV-Verband in Berlin mitteilte. In der privaten Pflegeversicherung betrug die Steigerung sogar 8,1 Prozent auf 667,7 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet die PKV mit Leistungsausgaben von 22,07 Milliarden Euro, davon 21,33 Milliarden für die Kranken- und 740 Millionen für die Pflegeversicherung.

Auch bei den privaten Versicherungen steigen die Ausgaben stärker als die Einnahmen. Foto: dpa
Auch bei den privaten Versicherungen steigen die Ausgaben stärker als die Einnahmen. Foto: dpa

Im vergangenen Jahr profitierten die privaten Krankenversicherer stark von einem Einmaleffekt der 2009 gestarteten „Pflicht zur Versicherung“, die ihnen 171 600 neue Kunden brachte. „Tausende vormals Unversicherte haben aus diesem Grund eine private Kranken- und Pflegeversicherung abgeschlossen“, erklärte der Verband.

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2008 hatte der Nettoneuzugang nur bei 90 300 gelegen. Im laufenden Jahr sank die Zahl ebenfalls wieder. Im ersten Halbjahr kamen mit 44 500 Personen nur halb so viele neue Kunden in die PKV wie 2009. Insgesamt hat sie nun 8,86 Millionen Vollversicherte.

Zulauf verzeichnen die Unternehmen bei privaten Zusatzversicherungen, die von gesetzlich Versicherten zur Ergänzung der Kassenleistungen abgeschlossen werden. Die Zahl dieser Versicherungen stieg 2009 um knapp eine halbe Million auf 21,48 Millionen.

Insgesamt nahmen die Unternehmen den Angaben zufolge 2009 in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung 31,47 Milliarden Euro an Beiträgen ein, 3,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auf die Kran­ken­ver­siche­rung entfielen dabei 29,39 Milliarden Euro, was einem Plus von 3,6 Prozent entspricht. In der Pflegeversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 5,3 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro. Beide Werte liegen somit deutlich unter der Kostensteigerung.

Für das laufende Jahr rechnet die PKV mit 33,36 Milliarden Euro an Beitragseinnahmen – davon 31,24 Milliarden für die Kran­ken­ver­siche­rung und 2,12 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung. Beide Versicherungszweige verfügen inzwischen über 145,32 Milliarden Euro an Altersrückstellungen, davon 124,92 Milliarden für die private Kran­ken­ver­siche­rung. dapd

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