ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2010Börsebius: Zukunft gelb

GELDANLAGE

Börsebius: Zukunft gelb

Dtsch Arztebl 2010; 107(47): A-2350 / B-2034 / C-1998

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Es ist schon verdammt lange her, dass sich ein Brüderpaar medial aufmachte, um für den Börsengang der Deutschen Post gute Stimmung zu machen. Die Gebrüder Gottschalk, Thomas, der smarte Paradiesvogel-Alleinunterhalter, und sein schlauer bodenständiger Bruder Christoph, teilten dem staunenden Publikum mit, dass es jetzt aber allerhöchste Zeit für die Aktie gelb sei. Und so die Botschaft, egal was du für ein Typ bist, diese Aktie passt auf jeden. Post Blitz!

Das ist nun gut zehn Jahre her, und den Promiwettstreit gegen den Schauspieler Manfred Krug, der vier Jahre davor die T-Aktie promotete, gewannen die Gottschalks haushoch. Die P-Aktie war damals deutlich überzeichneter als beim Telekom-IPO (Initial Public Offering).

Verloren – und das in beiden Fällen – sowie jede Menge Lehrgeld bezahlt (trau nie einem Promi, wenn er dir ein Wertpapier andrehen will) haben indes viele Hunderttausend Aktionäre, die den seinerzeitigen Lockrufen nach mehr Reichtum brav, vertrauensselig oder mutig, je nachdem, gefolgt sind.

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Beim IPO der Deutschen Post AG im November 2000 zahlten die Erstzeichner stolze 21 Euro. Zu Beginn lief die Aktie dann auch noch ganz gut und kletterte bis auf 25 Euro hoch, um dann vor gut zwei Jahren auf 6,60 abzustürzen. Derzeit liegt die P-Aktie mit irgendwas um 14 Euro immer noch meilenweit vom Erstausgabekurs entfernt.

Das Kursdebakel kam beim ehemaligen Staatsbetrieb auch nicht von ungefähr. Also durchaus nichts Überraschendes oder Unvorhergesehenes. Unter Klaus Zumwinkel wurde eher Wertvernichtung als strategische Waffe gegen sich selbst eingesetzt, vor allem wurden in den USA Milliarden zerschossen. Viel zu teure Akquisitionen und noch teurere Berater blähten die Kostenseite der Bilanz mächtig auf und brachten den Konzern ziemlich in Schlagseite.

Heute sieht das alles ganz anders aus. Besser. Klarer. Transparenter. Der neue Chef, Frank Appel, hat gründlich aufgeräumt, Altlasten (vor allem in den USA) entsorgt und in die Wachstumsmärkte Express und Logistik investiert. Trotz einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent und einem stabilen Cashflow haben die Börsianer die möglich Avancen der Aktie noch nicht realisiert. Einerseits schade, andererseits chancenreich. Gar keine Frage: Die Zukunft der Deutschen Post und damit auch der Aktie ist wieder gelb. Genauer goldgelb.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Nicht wie an jedem ersten Samstag des Monats, sondern erst am zweiten Samstag des Monats, also am 11. Dezember 2010 können Sie in der Zeit von
9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenlose Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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