ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2010Studie zur Patientenkommunikation: Informationen für chronisch Kranke unzureichend

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Studie zur Patientenkommunikation: Informationen für chronisch Kranke unzureichend

Dtsch Arztebl 2010; 107(47): A-2342 / B-2026 / C-1990

EB

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Patienten reagieren sensibel auf eine negative oder positive Ansprache. Foto: dpa
Patienten reagieren sensibel auf eine negative oder positive Ansprache. Foto: dpa

Bei chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus kann gezielte Aufklärungsarbeit den Patienten und Angehörigen das Leben mit der Erkrankung erleichtern und sie in ihrem eigenverantwortlichen Handeln bestärken. Eine qualitative Studie des Marktforschungsinstituts mindline media (www.mindline-media.de) in Zusammenarbeit mit Korehnke Kommunikation und txt-coach hat untersucht, wie gut Krankenkassen ihre Patienten bei chronischen Erkrankungen informieren. Befragt wurden Diabetes-1- und -2-Patienten und deren Angehörige zu dem Informationsangebot der Krankenkassen mit dem Ziel, die Qualität der Ansprache zu ergründen und herauszufinden, wie und warum Betroffene auf die Informationsangebote der Krankenkassen ansprechen oder nicht.

Nach der Studie stellen Broschüren sowohl für Angehörige als auch für Patienten eine wichtige Quelle für die Informationssuche zum Krankheitsbild dar. Allerdings bewerteten die Betroffenen die bereitgestellten Informationen als überwiegend zu oberflächlich und unpersönlich. Chronisch Erkrankte haben aufgrund intensiver Beratungsgespräche durch ihren Facharzt einen umfangreicheren Kenntnisstand und wünschen sich umfassendere Informationen zum Krankheitsverlauf und zu Behandlungs- und Präventionsmethoden. Patienten und Angehörige erwarten zudem einen sachlichen, informativen Text ohne komplizierte Krankheitsbeschreibungen und Fachausdrücke. 

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Die Untersuchung zeigte zudem, dass Angehörige wie auch Patienten über ein sensibles Gespür für eine negative oder positive Ansprache verfügen. Stark defizitorientierte Formulierungen der Krankheitsbeschreibung ohne positive Aussichten erzeugten Verunsicherung und wirkten auf die Befragten demotivierend oder teilweise sogar diskriminierend. Texte mit einer direkten, persönlichen Ansprache, die die Patienten in den Behandlungsverlauf einbinden, wirkten hingegen motivierend auf die Betroffenen. EB

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