ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1997Venenthrombose: Veneninsuffizienz unerwähnt

SPEKTRUM: Leserbriefe

Venenthrombose: Veneninsuffizienz unerwähnt

Marx, Rudolf

Zu dem Medizinreport "Prophylaxe der tiefen Venenthrombose: Studie deckt Mängel im ambulanten Bereich auf" von Dr. phil. Corinna Monser und Dipl.-Math. Waldemar Braun in Heft 33/1997:
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LNSLNS Auch in dieser Arbeit ist mit keinem Wort die chronische Veneninsuffizienz erwähnt. Es ist schon sehr auffallend und enttäuschend, daß in solchen und ähnlichen Zusammenhängen, zum Beispiel auch in Verbindung mit sexualhormonellen Therapien oder oraler Kontrazeption, niemals die venöse Insuffizienz oder auch nur die Venenfunktion erwähnt ist.
Ich halte diese venöse Stauung als Zeichen der venösen Insuffizienz für eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Pathogenese einer (tiefen) Venenthrombose. Abwegigkeiten der Blutchemie oder Gefäßverletzungen bleiben davon unberührt, ebenso psychische Faktoren. Die Virchow-Trias ist also in ihrem dritten Faktor erfüllt: Gerinnungsstörung, Gefäßverletzung und Strömungsverlangsamung.
Damit ist eine sehr wirksame und leicht anwendbare Prophylaxe gegeben, nämlich Wiederherstellung der Venenfunktion, also Strömungsbeschleunigung (durch Kompression) und die dadurch erreichte Entstauung.
Das ist auch eine sehr effektive Therapie venöser Komplikationen überhaupt. Die Strömungsbeschleunigung verhindert eine weitere Gerinnung, verhindert auch weitgehend Embolien, bringt schnelle Schmerzlinderung und Mobilisation. NMH ist eine zusätzliche sehr nützliche Unterstützung.
Eine weitere prophylaktische Maßnahme wäre es, wenn der einfache Griff nach eventuell "gestauten Beinen" zum gewohnten Programm allgemeiner körperlicher Untersuchungen gehörte, besonders bei gynäkologischen Routineuntersuchungen der Schwangeren.
Dr. Rudolf Marx, Ob. Bergerheide 29, 42113 Wuppertal
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