ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2010Diabetischer Fuß: Kritisches Hinterfragen

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Diabetischer Fuß: Kritisches Hinterfragen

Dtsch Arztebl 2010; 107(47): A-2341

Umbreit, Elisabeth

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„Alle großen Dinge sind nicht ohne Enthusiasmus zustande gekommen.“ Dieses bekennende Zitat von Emerson behält Ernst Chantelau bei der komplett überarbeiteten Zweitauflage des von acht Autoren interdisziplinär verfassten Werkes bei.

Das in zwölf Kapitel gegliederte Buch führt zunächst anschaulich durch das notwendige Grundverständnis der Neurophysiologie und Neuropathologie des wahrnehmenden und wahrgenommenen Fußes. Dass Schuhe und Füße nur bedingt zueinanderpassen, wird in Kapitel zwei mit messendem Fleiß bewiesen und die praktischen Aspekte, die sich daraus für wahrnehmungsgestörte Füße ergeben, gut gegliedert in den nächsten Kapiteln problematisiert. Viele eingespielte Herangehensweisen an Verständnis und Versorgung diabetischer Füße können kritischem Hinterfragen nicht standhalten. Die evidenzbasierte Medizin hält im Bereich der Hilfsmittel ihren Einzug, und damit wird die Basis verantwortlichen Handelns von Verordnenden, Herstellern und Kostenträgern hinterfragt.

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Wie es zu professionellem Enthusiasmus gehört, bleiben die Darstellungen jedoch nicht auf der Stufe der Problematisierung stehen, sondern Lösungen, die das Kriterium „nachweisbar“ mit sich tragen, werden aufgezeigt. Legt das einführende Kapitel Fundamente für das neurologische Verständnis, so ruft das Schlusskapitel auf, die Konsequenz aus Erkenntnis und technischen Möglichkeiten zu wagen: Wenn die Sensibilitätsstörung so klar der Verursacher des Charcot-Fußes ist, so müsste das Spektrum der Prävention um den intelligenten Schuh erweitert werden. Dieser macht über Sensoren der Wahrnehmung zugänglich, was die Nerven nicht mehr vermitteln können. Es fehlt nur noch der enthusiastische Hersteller, der den Fuß in die Marktlücke setzt. Elisabeth Umbreit

Ernst Chantelau (Hrsg.): Diabetische Füße und ihre Schuhversorgung. 2. Auflage. de Gruyter, Berlin, New York 2010, 153 Seiten, kartoniert, 49,95 Euro

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