ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2010Vertragsärzte: Wo Versorgungsbedarf besteht
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Jüngst erzählte mir eine Lehrerin, dass sie ihre schwer krebskranke Schwester zu sich nach Hause beziehungsweise in das örtliche Hospiz holen möchte, um sich ihr die verbliebene Zeit zu widmen. Sehr aufgebracht berichtete sie allerdings, dass sie das nicht umsetzen könne, solange nicht klar sei, ob sie überhaupt einen Arzt für ihre Schwester finde, da diese ja nicht aus der Stadt stammen würde. Nicht, dass es ihr wieder so gehen würde wie zu dem Zeitpunkt, als sie ihre pflegebedürftige Mutter zu sich holte und von Praxis zu Praxis lief beziehungsweise telefonierte und keinen Hausarzt für diese fand. Sie sei damals völlig verzweifelt gewesen.

Eine Milliarde Euro für eine asymmetrische Honorarverteilung, um insbesondere aufgebaute „besondere Versorgungslandschaften“ zu erhalten.

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Wo bleiben objektive Zahlen, zum Beispiel zu der Frage: Wie viele Patienten versorgt ein Arzt für wie viele Euro?

Wie zum Beispiel das Land Brandenburg junge Ärzte ins Bundesland holen will, bleibt dem Auge des Betrachters verschlossen.

Es existiert keine medizinische Hochschule im Land, der Anteil der Privatpatienten ist gering, und die Arbeitsdichte ist hoch.

In den umliegenden Kliniken leiten sogenannte Honorarärzte die Narkose oder leisten am Wochenende Bereitschaftsdienst auf geriatrisch-internistischen Stationen.

Aber vielleicht braucht man ja nur abzuwarten, bis sich die Patientenzahl durch Abwanderung und demografischen Wandel den Arztzahlen angepasst hat.

Dr. med. Susan Schrot, 14776 Brandenburg an der Havel

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