ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2010Infektionen: Finanzielle Ausstattung notwendig
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Ich begrüße sehr, wie Sie die zunehmende Problematik um die nosokomialen Infektionen und die Antibiotikaresistenzen mit konkreten Zahlen belegt und die Bedeutung von Hygienemaßnahmen und des „Antibiotic Stewardship“ für die Sicherheit und Therapie der Patienten in Kliniken und Praxen (auch dort sind diese Themen relevant!) dargestellt haben. Es besteht dringender Informations- und Handlungsbedarf: Für jeden in Deutschland am Patienten tätigen Arzt – aber auch für die politisch Verantwortlichen, um die von Ihnen genannten hygienewirksamen Strukturdefizite abbauen zu können.

Wir haben mit der vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin als zuständige Bundesinstitution herausgegebenen und laufend aktualisierten „Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“ bereits das fachlich erforderliche Regelwerk zum richtigen Hygienemanagement. Wir brauchen jetzt die Eins-zu-eins-Umsetzung der darin definierten Standards in allen medizinischen Einrichtungen! Wir brauchen jetzt in allen Bundesländern geeignete Hygieneverordnungen für den gesamten medizinischen Bereich, die auch die in der RKI-Richtlinie vorgegebene Anstellung von Hygienefachpersonal einfordern! Wenn wir heute dafür noch zu wenig Krankenhaushygieniker und Hygienefachkräfte haben, müssen die benötigten Ausbildungskapazitäten und Arbeitsplätze schnell geschaffen werden. Hygienemanagement und „Antibiotic Stewardship“ vermeidet unnötige Ausgaben im gesamten Gesundheitswesen. Dafür müssen wir aber bereit sein, klinische Einrichtungen der Infektionsmedizin, Institute für Medizinische Mikrobiologie, Hygiene-Institute, den öffentlichen Gesundheitsdienst und auch die infektiologische Grundlagenforschung finanziell adäquat auszustatten . . .

Dr. med. Lutz Bader, Max von Pettenkofer-Institut der LMU München, Klinikhygiene am Klinikum der Universität München, 81377 München

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