ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2010Neue Strategien für die Entwicklung von Antiinfektiva: Virulenzfaktoren kommen ins Visier

PHARMA

Neue Strategien für die Entwicklung von Antiinfektiva: Virulenzfaktoren kommen ins Visier

Dtsch Arztebl 2010; 107(48): A-2403

Bischoff, Angelika

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Der Anstieg von Antibiotikaresistenzen macht die Entwicklung neuer Wirkprinzipien gegen Bakterien dringend notwendig – eine Aufgabe von public private partnership.

Die Behandlung bakterieller Infektionen hat zunehmend mit dem Auftreten und der Verbreitung von Resistenzen und Kreuzresistenzen gegen Antibiotika zu kämpfen. Auch vor neuen Reserveantibiotika macht dieser Trend nicht halt. In den letzten Jahren hat es außerdem im Bereich der bakterizid oder bakteriostatisch wirkenden Antiinfektiva wenig Neuentwicklungen gegeben.

Einen neuen Weg bei der Suche nach innovativen Antiinfektiva geht das Biotechnologie-Unternehmen Priaxon (München). In einem Kooperationsprojekt mit dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München sollen Substanzen entwickelt werden, die spezifisch bakterielle Virulenzfaktoren neutralisieren, zum Beispiel sezernierte Proteine, die die Invasion des Erregers in den Körper fördern oder seine Widerstandskraft gegen das Immunsystem stärken. Eine Hemmung solcher Virulenzfaktoren soll eine effektive Elimination der Erreger über Immunmechanismen ermöglichen. Helicobacter pylori, Staphylococcus aureus und Chlamydien stehen zunächst im Fokus.

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Die Herausforderung besteht darin, geeignete Targets zu selektieren und zu validieren und Testsysteme für diese zu entwickeln. Geplant ist, für das erste Medikament in zwei bis drei Jahren die präklinischen Untersuchungen abgeschlossen zu haben. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Spitzencluster-Förderung. Am Gesamtbudget hat das Fördervolumen einen Anteil von 20 Prozent.

Dr. med. Angelika Bischoff

Pressegespräch Priaxon AG, München

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