ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 5/2010Elektronische Fallakte für die intersektorale Kommunikation

Supplement: PRAXiS

Elektronische Fallakte für die intersektorale Kommunikation

Dtsch Arztebl 2010; 107(49): [15]

Krüger-Brand, Heike E.

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  • Mit der „Fallakte Plus“ des Universitätsklinikums Aachen hat erstmals ein externer Anbieter die Zulassung für das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) „KV-SafeNet“ erhalten. „Die Kassenärztliche Bundesvereinigung setzt sich schon lange dafür ein, die Trennung von ambulantem und stationärem Sektor zu überwinden. Die ‚Fallakte Plus‘ des Universitätsklinikums Aachen zeigt vorbildlich, wie sich die vielbeschworene Zusammenarbeit mit Leben füllen lässt“, erklärte dazu der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Carl-Heinz Müller.

Elektronische Fallakten (eFA) sind webbasierte Kommunikationsplattformen für Ärzte, die den datenschutzgerechten Austausch von strukturierten medizinischen Informationen zu einem konkreten Fall ermöglichen. Über die Akte können sich die behandelnden Ärzte einen aktuellen Überblick über den Behandlungsverlauf verschaffen. Sie bleiben zudem für die Inhalte und die Vollständigkeit der gespeicherten Dokumente und Daten verantwortlich. Die Fallakten basieren auf dem eFA-Standard, den das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik im Auftrag eines Konsortiums privater Klinikketten und der Deutschen Krankenhausgesellschaft im Jahr 2006 entwickelt hat. Die Weiterentwicklung der Spezifikationen und die Etablierung der eFA im Gesundheitswesen werden seit 2009 vom eFA-Verein vorangetrieben (Informationen unter www.fallakte.de). Der Initiative gehören inzwischen mehr als 20 öffentliche, private und gemeinnützige Kliniken und Arztnetze an.

Das Hochsicherheitsnetz der KVen bietet die technischen Voraussetzungen, um die niedergelassenen Ärzte einzubinden. Mit derzeit knapp 18 000 Ärzten ist es das größte Gesundheitsnetz Deutschlands. Ärzte können es beispielsweise über einen KV-SafeNet-Zugang erreichen. Mit der zertifizierten Fallakte „hat jeder niedergelassene Arzt die Möglichkeit, über seinen KV-SafeNet-Anschluss einfach und sicher fallbezogene Behandlungsinformationen mit allen an der Behandlung eines Patienten beteiligten Ärzten auszutauschen“, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs IT-Direktion des Universitätsklinikums Aachen, Volker Lowitsch. Fallkonferenzen, Telekonsile und der Austausch von Röntgenbildern seien nur einige der Mehrwertfunktionen, mit denen die Lösung Krankenhausärzten und niedergelassenen Ärzten künftig die Zusammenarbeit ermögliche. Die Nutzbarkeit der Fallakte über KV-SafeNet sei ein „Meilenstein für die Abwicklung intersektoraler Behandlungsprozesse“.

Anbieter der neuen Applikation ist die Healthcare IT-Solutions GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Universitätsklinikums Aachen, die weitere Mehrwertdienste für intersektorale und telemedizinische Behandlungsprozesse entwickeln und betreiben will. KBr

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